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Am 28. November. 19s
es, und schrie: „Seht diesen Abscheulichen, er will als ein Märtyrer
sterben!" lief davon, kam aber augenblicklich wieder zurück mit einem
Feuerhacken, mit dem er den Heiligen auf das Haupt schlug, daß
er auf der Stelle seinen Geist aufgab. Der Leichnam wurde deß-
ungcachtet noch lange, unter den rohesten Mißhandlungen, an denen
auf ausdrücklichen Befehl auch die Schulknabcn Antheil nehmen muß-
ten, durch die Gaffen geschleift, und endlich in eine Grube geworfen.
Dieß geschah am 28. November 767.
Die Verfolgung der Bilder und ihrer Verehrer wurde mit ab-
wechselnder , bald größerer, balo gemildcrtcrer Heftigkeit fortgesetzt
bis zum Jahre 785, in welchem unter der Regierung der Irene und
ihres Sohnes Constantin im zweiten Concilium zu Nicäa, welches
das siebente allgemeine ist, die katholische Lehre von der Verehrung
der Bilder festgesetzt, und der morgenländischen Kirche die so lange
ersehnte Ruhe wieder gegeben wurde.
Unzählige Christen wurden in dcn Zeiten der Bilderstürmern
gemartert, weil sie diesen Ketzern die Bilder, die sie in ihren Woh-
nungen aufbewahrten, nicht geben wollten. Wie beschämend ist dieß
für so viele Christen unserer Tage, die gegen die geistlichen Bilder
die größte Gleichgültigkeit beweisen, sie aus ihren Häusern verdrän-
gen , und an ihrer Stelle weltliche, und oft die schamlosesten und
ärgerlichsten Bilder aufgestellt haben!
Woran unsere Voreltern am liebsten dachten, und wovon ihr
Mund überfloß, das wollten sie auch anschauen. Deßwegen war
überall das Bild des Erlösers vor Augen gestellt, überall ein Kreuz
aufgerichtet, weil uns dieses gebenedeite Zeichen geworden ist, von
der Erde hinaufzusteigen zu Gott und zu der Ewigkeit. Wie sehr
haben wir diesen frommen Sinn der Voreltern verloren! Unsere
Zeit hat immer mehr in Bildern und Zeichen Alles entfernt, was
im Stande ist, heilige Gedanken und Empfindungen einzuflößen, und
wo sonst zu sehen war das B i ld des Gekreuzigten, der Licht,
Heil und Lcbcn in diese Welt brachte, vor dem Himmel und Erde
das Knie beugen, und der hochgelobt ist in Ewigkeit, da ist an
seine Stelle entweder der selbstvcrgötternde Spiegel, oder eine Vor-
stellung, bei deren Anblick die Unschuld errö'then muß, oder das Bild
irgend eines Helden des Tages getreten, der die Menschheit mit
Mord, Raub und Jammer heimsuchte, und dessen erbärmlicher Ruhm
verging, wie der Trompctenschall, der ihn vor Kurzem noch zu den
Sternen erhob. Wenn die gläubige Vorwelt mit weiser Sorgfalt
bemüht war, jedes Erinnerungszeichen an die Vergänglichkeit irdi-
scher Dinge hervorzuheben und dem sinnlichen Menschen in's Auge
zu rücken; so hat dagegen un^re Zeit jene Denkmale heiliger Erin»
nerung entweder aufgeräumt, oder nach heidnischem Geschmacke ver:
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen