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Der heilige Wilibrord, Erzbischof zu Utrecht.
(Äin 7.
Der heilige Wilibrord wurde im Jahre 658 in Northumbcr-
land, oder Nordenland, geboren. Seine Eltern waren ausgezeichnet
durch Rechtschaffecheit und Gottesfurcht. Der Water, Wilgis, zog
sich nach dem, wahrscheinlich frühen Tode seiner Gemahlin von der
Welt zurück, und widmete sich den Uebungen der Gottseligkeit in
einem Kloster, das er, unterstützt von frommen Wohlthätern, nebst
einer Kirche erbaut hatte. Der berühmte Alcuin, dem wir die Le-
bensgeschichte des heiligen Wilibrords verdanken, erzählt: der Mutter
des Heiligen sey, als sie mit ihm schwanger ging, in einem nächt-
lichen Gesichte vorgekommen, der Vollmond komme in ihren Leib,
und mache ihre Eingeweide glänzend; ein heiliger Priester habe die
durch dieses Gesicht sehr bekümmerte Mutter beruhigt, indem er ihr
vorsagte, sie werde einen Sohn gebären, der durch die Unschuld und
Reinigkeit seiner Sitten glänzen, und die Finsternisse des Hcidcnthums
durch das Licht der Wahrheit zerstreuen würde.
Der kleine Wilibrord wurde von seinen Eltern in das von dem
Könige Alfred im Jahre 651 gestiftete Kloster Ripan gegeben, da-
mit er da, entfernt von Allem, was einen nachtheiligen Eindruck
aus das zarte Gemüth machen könnte, in der Furcht des Herrn er-
zogen, und in den heiligen Wissenschaften unterrichtet werde. Gott
segnete die gute Absicht der edlen Eltern, und das sorgfältige Be-
mühen der frommen Mönche, so, daß man von dem Knaben Wilib-
rord, wie von dem jungen Samuel bald sagen konnte: „Er ward
immer größer, und bei Gott und den Menschen beliebt." (1. Kön.
2, 26.) Mit jugendlicher Heiterkeit verband er den bereitwilligsten
Gehorsam, den regsten Fleiß, die innigste Gottesfurcht, und einen
Ernst, welcher nur dem männlichen Alter eigen zu seyn pflegt. In
de>> Wissenschaften, wie in der Gottseligst, machte er mit jedem
Tage neue Fortschritte. Herangewachsen zum Jünglinge, faßte er
den Entschluß, dem klösterlichen Leben sich zu widmen, und empfing
daher die Tonsur und das Mönchskleid. Im zwanzigsten Jahre sei-
nes Alters ward er von dem Verlangen beseelt, sich nach Irland
zu begeben, zu dem heiligen Egbert, der wegen seiner tiefen Weis-
heit und seltenen Gottseligkeit allgemein berühmt war. Da wollte
er sein heißes Verlangen nach immer höherer Vollkommenheit befrie-
digen. Nachdem er von seinem Abte die Erlaubniß erlangt hatte,
trat er die Reise nach Irland an, wo er von Egbert mit väterlicher
Liebe aufgenommen wurde. Er zeigte sich seines großen Lehrmeisters
vollkommen würdig, und ward durch dessen Unterricht und Beispiel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen