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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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204 Der heilige Wilibrord, Erzbischof zu Utrecht. (Äin 7. Der heilige Wilibrord wurde im Jahre 658 in Northumbcr- land, oder Nordenland, geboren. Seine Eltern waren ausgezeichnet durch Rechtschaffecheit und Gottesfurcht. Der Water, Wilgis, zog sich nach dem, wahrscheinlich frühen Tode seiner Gemahlin von der Welt zurück, und widmete sich den Uebungen der Gottseligkeit in einem Kloster, das er, unterstützt von frommen Wohlthätern, nebst einer Kirche erbaut hatte. Der berühmte Alcuin, dem wir die Le- bensgeschichte des heiligen Wilibrords verdanken, erzählt: der Mutter des Heiligen sey, als sie mit ihm schwanger ging, in einem nächt- lichen Gesichte vorgekommen, der Vollmond komme in ihren Leib, und mache ihre Eingeweide glänzend; ein heiliger Priester habe die durch dieses Gesicht sehr bekümmerte Mutter beruhigt, indem er ihr vorsagte, sie werde einen Sohn gebären, der durch die Unschuld und Reinigkeit seiner Sitten glänzen, und die Finsternisse des Hcidcnthums durch das Licht der Wahrheit zerstreuen würde. Der kleine Wilibrord wurde von seinen Eltern in das von dem Könige Alfred im Jahre 651 gestiftete Kloster Ripan gegeben, da- mit er da, entfernt von Allem, was einen nachtheiligen Eindruck aus das zarte Gemüth machen könnte, in der Furcht des Herrn er- zogen, und in den heiligen Wissenschaften unterrichtet werde. Gott segnete die gute Absicht der edlen Eltern, und das sorgfältige Be- mühen der frommen Mönche, so, daß man von dem Knaben Wilib- rord, wie von dem jungen Samuel bald sagen konnte: „Er ward immer größer, und bei Gott und den Menschen beliebt." (1. Kön. 2, 26.) Mit jugendlicher Heiterkeit verband er den bereitwilligsten Gehorsam, den regsten Fleiß, die innigste Gottesfurcht, und einen Ernst, welcher nur dem männlichen Alter eigen zu seyn pflegt. In de>> Wissenschaften, wie in der Gottseligst, machte er mit jedem Tage neue Fortschritte. Herangewachsen zum Jünglinge, faßte er den Entschluß, dem klösterlichen Leben sich zu widmen, und empfing daher die Tonsur und das Mönchskleid. Im zwanzigsten Jahre sei- nes Alters ward er von dem Verlangen beseelt, sich nach Irland zu begeben, zu dem heiligen Egbert, der wegen seiner tiefen Weis- heit und seltenen Gottseligkeit allgemein berühmt war. Da wollte er sein heißes Verlangen nach immer höherer Vollkommenheit befrie- digen. Nachdem er von seinem Abte die Erlaubniß erlangt hatte, trat er die Reise nach Irland an, wo er von Egbert mit väterlicher Liebe aufgenommen wurde. Er zeigte sich seines großen Lehrmeisters vollkommen würdig, und ward durch dessen Unterricht und Beispiel
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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