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Am 7. November. 207
wurde von ihm ehrenvoll entlassen, und kehrte zurück zu Pipin, der
Gott pries, daß der hochverehrte Erzbischof so vielen Gefahren glück»
lich entkommen war.
Mit unermüdctem Eifer setzte nun Wilibrord in seinem erzbi-
schöflichcn Sprengel und in den umliegenden Gegenden die apostoli-
schen Arbeiten wieder fort. Er wanderte durch alle Orte, Dörfer,
Flecken und Städte, wo er vorher das Evangelium gcprcdiget hatte;
bekräftigte durch anhaltenden Unterricht den Glauben; entflammte
durch Wort und Beispiel zur Vollkommenheit des Wandels, ordnete
an jedem Orte mit Weisheit, was den Glanz des Glaubens und
das Heil der Gläubigen befördern konnte; war unermüdet im Er-
mähnen, im Warnen, und in allen Werken wohlthätiger Liebe.
Als der heilige Wilibrord den Sohn des Karl Martell, Pipin,
taufte, sagte er im prophetischen Geiste von ihm vor, daß er an
Größe und Ruhm alle bisherigen fränkischen Herrscher übertreffen
würde. Die Geschichte Pipins bestättigt die Wahrheit dieser Pro-
phezcihung. Wilibrord war, wie Alcuin versichert, von ansehnlicher
Leibcsgcstalt. Sein würdevolles Angesicht flößte Ehrfurcht ein. Er
war heitern Gemüthes, klug in seinen Rathschlägen, angenehm in
seiner Rede, einnehmend in seinen Gebcrden, und rastlos in allem
Guten. Seine Geduld war unerschütterlich, und sein glühender Ei:
fer in Verbreitung des Reiches Gottes ward lange nach seinem Tode
noch von den nordischen Wölkern gesegnet. Seinen Leib züchtigte er
durch strenges Fasten, und seinen Geist bekräftigte er fortwllhrcnd
durch Betrachtung, Gebeth und Gesang. Sein ganzer Wandel war
ein glänzendes Vorbild hoher, christlicher Vollkommenheit. Fünfzig
volle Jahre hatte er seinen apostolischen Beruf in Frießland, und
in den umliegenden Gegenden auf die rühmlichste Weise erfüllt, als
er 81 Jahre alt, am 7. November 740 durch einen sanften Tod
hinüber ging, in Empfang zu nehmen die Krone, die der Herr allen,
die Ihn lieben, verheißen hat
Der Leichnam des Heiligen wurde in dem von ihm selbst er-
bauten Kloster Echternach beerdigt, und durch viele Wunder von
Gott verherrlichet. „Seht, geliebteste Brüder!« so schließt Alcuin
seine schöne Lobrede auf den heiligen Wilibrord: „So groß ist der
Ruhm, Gott zu folgen. Er, Wilibrord, hat aus Liebe zu Christus
das Vaterland verlassen, die Pilgerfahrt angetreten, die Reichthümer
der Welt gering geachtet, die Armuth geliebt." Und wir haben er-
fahren, in welchem Ruhme er nachher bei den Menschen stand; bes-
ser ist aber die Glorie, die er jetzt ewig mit den Engeln theilt.
Das Vorbild dieses heiligen Lehrers soll uns aus unserer Trägheit
wecken, damit das, was wir an ihm rühmen, an uns sichtbar werde.
Wir rühmen seine Kämpfe und Arbeiten; laßt uns unsere Wege nach
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen