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210 Der heilige Eucheriuö, Bischof.
und kehrte als Sieger zurück. Die Feinde des Eucherius säumten
nicht, seine Unzufriedenheit gegen den Bischof aufs Neue in Flam-
men zu setzen. Karl zog bei Orleans vorüber, gab aber den Be-
fehl , daß der Bischof nach Paris ihm folgen solle. Diesem ent-
ging nicht die Gefahr, die ihm drohte. Aber eingedenk der Worte
des Apostels Petrus: „Seyd einer jeden menschlichen Obrigkeit um
des Herrn willen unterthänig," ging er, weil auf Gott vertrauend,
frohen Muthes dahin, im sechszehnten Jahre seiner bischöflichen Amts-
verwaltung. Die Glaubigen zu Paris waren hocherfreut, den Bi-
schof, den der allgemeine Ruhm ihnen verehrungswürdig gemacht
hatte, in ihrer Mitte zu sehen. Dem Karl Martell war aber kaum
dessen Ankunft gemeldet worden, als er ihn ergreifen, und nach Löln
in die Verbannung abführen ließ. Da wurde er mit großem Jubel
aufgenommen, und mit ausgezeichneter Verehrung behandelt. Prie-
ster und Volk beeiferten sich, ihm zu dienen, und Alles zu thun,
was seine frommen Wünsche befriedigen konnte. Davon erhielt Karl
Martcll Kunde. Er ward unruhig, weil er, mißkcnnend den Diener
Gottes, besorgte, daß Euchcrius einen Anhang sich verschaffen, und
seiner Herrschaft gefährlich werden konnte. Er ließ deßhalb von
Cöln ihn heimlich wegführen, nach Hasbania, einer Grafschaft in
dcm Gebiete von Lüttich, und da ihn unter die Aufsicht des Herzogs
Chradcbert stellen. Dieser nahm ihn sehr gütig auf, bewies sich ge-
gen ihn liebevoll und wohlthätig, und erlaubte ihm, seinen Aufent-
haltsort in der Grafschaft, wo es ihm beliebte, zu wählen. Euche-
rius begab sich in das Kloster des heiligen Teudo, um da in stiller
Ruhe Gott dienen zu können. Ohne Unterlaß sichte er zu Gott
für seine Heerde, für alle Menschen, am eifrigsten für seine Feinde,
um das ewige Heil. Sechs Jahre hatte er in der Verbannung ge:
lebt, als er, noch nicht 50 Jahre alt, von Gott zur ewigen Ruhe
berufen wurde im Jahre 743.
„Wer zu mir kommen will verläugne sich selbst, trage sein Kreuz
und folge mir nach." Christus.
Der heilige Zacharias, Papst.
(Am 15. März.)
Wie die morgenländischc Kirche in dieser Epoche durch die Bi l -
derstürmer den schwersten Drangsalen ausgesetzt war, so wurde das
Abendland, zumal Italien, durch fortwährende Kriege beunruhiget.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen