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Am 15. März. 211
Die Longobarden dehnten in diesem Lande ihre Herrschaft immer
weiter aus. Dic Macht der griechischen Kaiser sank da immer tie-
fer. Sie hatten seit längerer Zeit Statthalter, unter dem Namen
Exarchen, zu Ravenna; vermochten aber nicht, dieselben mit einer
Kriegsmacht zu versehen, welche den Fortschritten der Feinde Einhalt
thun konnte. Zulcht mußte der Exarch auch Ravenna verlassen, und
in Venedig seinen Sitz aufschlagen. Bei diesen fortwahrenden Un-
ruhen kam Rom mehrmal in sehr hartes Gedränge. Dadurch wur-
den für das kirchliche Oberhaupt dic Arbeiten und die Leiden ver-
doppelt. So kraftig die Päpste dieser Zeit einerseits sich dem ketzerischen
Beginnen widersetzten, dessen sich der Kaiser Leo und seine Nachfol-
ger gegen die Bilder und ihre Verehrer erkühnten, so nachdrücklich
ermähnten sie andererseits die Bewohner Italiens zur Treue gegen
sie, als ihre rechtmäßigen Fürsten. Endlich sahen sie sich aber doch
genöthiget, den Schutz der fränkischen Fürsten gegen die Longobarden
anzuflehen, weil von der Ohnmacht der griechischen Kaiser keine Hilfe
zu hoffen war.
Am 27. November 741 starb Papst Gregor I I I . mit dem
Ruhme eines großen und tugendhaften Mannes. Drei Tage nach
seinem Tode wurde auf den Stuhl des heiligen Petrus erhoben der
heilige Zacharias, gebürtig zu St. Sevcrino in Lalabrien, dessen
Vater Polychronius Pontinius hieß. Er war ein Mann von selte-
ner Herzensgute, ein wahrer Vater der Geistlichkeit und des Volkes,
eben so langsam zum Zürnen, als schnell zum Verzeihen; der nie
Böses mit Bösem vergalt, sondern seine Gegner und Feinde dadurch
zu gewinnen suchte, daß er ihnen die zärtlichste Liebe bewies, mit
Wohlthaten sie überhäufte, und zu Ehrenstellcn sie beförderte. Ana-
stasius, der Bibliothekar, gibt ihm das rühmliche Zeugniß, daß er
Alletz Alles geworden, und aus seiner Lebensgcschichte geht hervor,
daß in hohem Grade ihm die Gabe eigen gewesen sey, in den schwie-
rigsten Fällen Mittel und Rath zu schaffen.
Das römische Gebiet ward eben zur Zeit, als Zacharias den
päpstlichen Stuhl bestieg, von Luitbrand, dem Könige der Longobar-
den , sehr hart bedroht. Trasimund, der Herzog von Spoletto,
hatte einen Aufstand gegen diesen König erregt, und bei dem un-
glücklichen Ausgange desselben nach Nom sich geflüchtet. Weil seine
Auslieferung an den König der Longobarden von den Römern ver-
sagt wurde, so bedrohte Luitprand das römische Hcrzogthum mit
Krieg, und verweigerte die Zurückgabe der Städte Amelia, Orta,
Bomarzo und Blcra, die er demselben entrissen hatte. Der Papst
ordnete eine Gesandtschaft an ihn ab, und bewog ihn durch eben
so kluge als nachdrucksvolle Vorstellungen zu dem Versprechen, jene
Städte zurückzugeben, und von dem Kriegszuge gegen Rom abzu-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen