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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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212 Der heilige Zacharias, Papst. stehen. Er erklärte sich gegen den Aufruhr des Trasimundus, wo- durch dieser gcnöthigct wurde, dem Luitprand sich zu unterwerfen. Dessen ungeachtet verzögerte dieser die Rückgabe der erwähnten vier Städte an das Hcrzogthum Rom, und setzte seine kriegerischen Be- wegungen fort. Beseelt von dem Verlangen, den hart geängstigten Provinzen Ruhe zu verschaffen, ging Zacharias im Jahre 742 in eigener Person, begleitet von Bischöfen und Priestern, nach Terni, wo der König sein Lager hatte. Dieser empfing ihn auf die ehren- vollste Weise vor der Kirche des heiligen Märtyrers Valentin, in die der Papst zuerst sich verfügte. Nachdem Zacharias da das Gebeth verrichtet hatte, und die darauf folgende gegenseitige Begrüßung ge- schehen war, wurde er von dem Könige zur Wohnung begleitet, die für ihn zubereitet war. Am folgenden Tage, es war ein Samstag, redete Zacharias mit würdevollem Nachdrucke dem Könige zu, daß er doch einmal vom Blutvergießen abstehen, den durch fortwährende Kriege bedrängten Völkern die ersehnte Ruhe schenken, und durch die Zurückgabe der dein römischen Herzogthume entrissenen Städte den Zwist mit den Römern aufheben wolle. Der König bewunderte den Muth des frommen Mannes, ward hingerissen von seiner Be- redtsamkeit, fand sich getroffen durch die evangelische Rede, und ge- stattete , was Zacharias verlangte. Er schloß Friede mit den Rö: mern, gab die weggenommenen Städte ihnen zurück, setzte alle Ge: fangencn in Freiheit, und machte übcrdieß große Schankungen an die Kirche zu Rom. Am Sonntage weihte der Papst auf Ansuchen des Königs für die Kirche zu Narni einen, Bischof, und entrichtete das hochheilige Opfer mit solcher Frömmigkeit, daß viele von der Begleitung des Königs häufige Thränen tiefer Rührung vcrgoßen. Bald darauf kehrte er wieder zurück nach Rom, wo er unter lau- tem Jubel empfangen wurde. Er stellte öffentliche Dankgebeth« an zur Lobpreisung Gottes für den so gesegneten Erfolg seiner Reise. Der friedliche Sinn des Königs Luitprand hatte keinen Be- stand. Bald nach dem Tode des Kaisers Leo, des Isauriers, suchte er sich des Erarchats in Ravenna zu bemächtigen, und brachte in dieser Absicht ein zahlreiches Heer auf die Beine. Da der Exarch Eutyches sich außer Stand sah, dem drohenden Ungewitter mit Er- folg sich zu widersetzen, so nahm er auf Einrathen des Erzbischofs und der Einwohner von Ravenna seine Zuflucht zu dem Papste Za- charias. Er ordnete eine Gesandtschaft nach Rom ab mit der Bitte, daß der Papst seine Verwendung bei Luitprand um Erhaltung des Friedens eintreten lassen wolle. Den guten Mann jammerte des Vol: kes, das den Schrecknissen eines verheerenden Krieges ausgesetzt wer- den sollte. Er schickte Gesandte mit Briefen und Geschenken an den König um die Erhaltung des Friedens, und da diese Verwendung
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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