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Am 5. Juni. 212
ken dem heiligen Bonifazius, der deßhalb mit Recht der Apostel der
Deutschen genannt wird. Obschon die Alemannen, Thüringer und
Bayern früher schon den Franken unterworfen worden, so gaben diese
sich doch nicht viel Mühe, die heilige Lehre unter ihnen zu verbrei:
ten. Es schien, als wenn sie, die das Christenthum aus Noth und
im Getümmel der Schlacht angenommen hatten, es auch nur durch
das Schwert auszubreiten verständen.
Der heilige Bonifazius wurde um das Jahr 680 zu Crediton,
oder Cirton in England, in der Landschaft Devonshire, aus einem
sehr vornehmen Geschlechte geboren, und in der Taufe Winfried ge-
nannt. In der Folge gab ihm der Papst Gregor I I . den ehrenvol-
len Namen Bonifazius (Wohlthäter). Als kleiner Knabe schon zeigte
er große Freude, wenn er von himmlischen Dingen reden hörte.
Der erbauliche Wandel und die Lehre einiger Mönche, die in das
Haus seines Vaters kamen, erweckten in seinem zarten Gemüthe das
Verlangen, dem Mönchsstande sich widmen zu dürfen. Das Verlan-
gen des Knaben ward beim Jünglinge zum festen Entschlüsse, dessen
Ausführung sich aber der Vater sehr nachdrücklich widersetzte. Eine
Krankheit brachte ihn endlich auf andere Gesinnung, so daß er jetzt
seinem Sohne erlaubte, der Neigung zum klösterlichen Leben zu fol-
gen. Bonifazius ging in das Kloster Ercter, wo er dreizehn Jahre
blieb. Darauf kam er in das Kloster Nutccll in dem Kirchspiele
Winchester, wo er unter der Leitung des berühmten Abtes Winbert
so große Fortschritte machte in den Wissenschaften, besonders in der
Sprachkenntniß, in der Rede- und Dichtkunst, in der Geschichts-
und Schriftkunde, daß er zum Unterrichte Anderer bestimmt wurde,
wodurch er seine Kenntnisse fortwährend erweiterte, und tiefer be-
gründete. Gleiche Fortschritte machte er auf der Bahn der Gott-
seligkeit, in der er seinen Brüdern und seinen Schülern vorleuchtete
als ein helles Licht und vollkommenes Muster. Als er dreißig Jahre
alt war, ließ ihn der Abt im Jahre 710 zur priesterlichcn Würde
erheben. Von dieser Zeit an widmete er sich dem Predigtamte mit
ebcn so großem Eifer, als gesegnetem Erfolge. Wie seine großen
Vorzüge sich immer mehr offenbarten, so wurden ihm auch immer
mehrere und wichtigere Geschäfte übertragen. AIs die Bischöfe der
Provinz, auf Verlangen des Königs Icca, eine Versammlung hiel-
ten, und dieselbe wegen Dringlichkeit der zu berathenden Angelegen-
heiten so sehr beschleunigen zu müssen glaubten, daß die sonst er-
forderliche Einwilligung dcs Erzbischofs chevor nicht eingeholt wurde,
ordneten sie in Uebereinstimmung mit dem Könige, den Bonifazius
an den Erzbischof Berthuald nach Cantclberg ab, zur Verantwor-
tung über das, was geschehen war. Der fromme Erzbischof ge-
wann große Hochschätzung gegen Bonifazius, der in der Folge mehr-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen