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2l6 Der heilige Bonifazius, Erzbischof von Mainz :c.
mal von den Bischöfen zu ihren Versammlungen bcigezogen wurde.
Erglüht vom heiligen Eifer für die Ehre Gottes, und für das Heil
der Seelen bejammerte der fromme Priester jcnc Völker, welche noch
in der Abgötterei steckten. Er beschloß daher, der Bekehrung der
Ungläubigen sich zu widmen, und sein Vaterland, wcil auch der
Ruhm, der ihn da allenthalben begleitete, seinem demüthigen Sinne
unerträglich war, zu verlassen. Sehr schwer war es ihm, von seinen
Klostergenofsen hiczu die Einstimmung zu erhalten, die ihm endlich
aber doch gewährt wurde.
Im Jahre 71s, übcrschiffte er mit zwei andern Mönchen nach
Deutschland, in der Absicht, den Friesen, die unter der Herrschaft
des Radbod standen, das Evangelium zu verkündigen. Aber gerade
um diese Zeit waren Radbod und der fränkische MajordomuS Karl
Martcll in Krieg miteinander verflochten. Bonifazius sah dadurch
seine Absicht vereitelt, und kehrte nach England in sein Kloster wie-
der zurück. Bald nach seiner Zurücköunst starb der Abt des Klo-
sters. Die Mönche wählten einstimmig den Bonifazius zu dessen
Nachfolger. Dieser aber weigerte sich standhaft, die Würde anzu-
nehmen , weil er der Verkündigung des Evangeliums bei den Un-
gläubigen nicht entsagen wollte, zu der er sich berufen glaubte.
Dem Andringen seiner Brüder zu entgehen, erbat er sich von Da-
niel, dem Bischöfe zu Winchester, Empfehlungsschreiben an den Papst
Gregor I I . , mit denen er noch Rom reisete, von dem kirchlichen
Oderhaupte die Erlaubniß und den Segen zur Verkündigung des
Evangeliums zu erhalten. Der Papst nahm ihn gütig auf, über-
zeugte sich theils durch das Schreiben des Bischofs Daniel, theils
durch die mündlichen Unterredungen mit ihm von seinen vortrefflichen
Eigenschaften, und von seinem wahrhaft apostolischen Eifer, bewies
ihm große Zuneigung, gab ihm gerne, und schriftlich die Voll-
macht , den Ungläubigen, wo er immer solche antreffe, die hei-
lige Lehre zu verkündigen, beschenkte ihn mit verschiedenen Reliquien
der Heiligen, und entließ ihn mit der tröstlichen Zusicherung, daß er
sich in allen vorkommenden Bedürfnissen durch Briefe nach Rom wen-
den dürfe.
Bonifazius verließ Rom im Frühlinge des Jahres 719, reiste
durch die Lombardei, wo er von dem Könige Luitprand sehr ehren-
voll behandelt wurde, und durch Bayern, wo er an mehrcrn Orten
den Samen des göttlichen Wortes ausstreute, nach Thüringen. Er
fand zwar in Bayern und in den benachbarten Ländern von Fran-
ken viele Christen, und einige sehr gottcsfürchtige und eifrige Prie-
ster; aber auch, besonders in Franken und Thüringen, viele, die noch
dem Götzendienste fröhnten. Wo er hinkam, verkündigle cr die hei-
lige Lehre, bekräftigte er die Gläubigen, suchte er den erloschenen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen