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Am 5. Juni. 217
Glauben anzufachen, und die erstorbene christliche Tugend zu beleben,
bekehrte er viele Abgotterer zu Jesus Christus, und taufte sie. Nach:
dem er erfahren hatte, daß Kar! Marttll durch den Tod des Rad-
boo Herr über ganz Frießland geworden, und das Evangelium in
diesem Lande nun ungehindert verkündiget werden könne, ward er
hoch erfreut. Auf der Stelle machte er sich auf, reiste dahin, ar-
beitete in Gemeinschaft mit dem heiligen Wilibrord uncrmüdet am
Reiche Gottes, und gewann Jesu Christo viele Seelen.
Der heilige Wilibrord, den sein hohes Alter an das nahe Le-
bensende erinnerte, wünschte den Bonifazius zum Nachfolger im bi-
schöflichen Amte zu haben, und lag ihm deshalb sehr an, die heilige
Weihe zu empfangen. Allein Bonifazius weigerte sich dessen stand-
haft, indem er erklärte, daß er von dem Papste den Auftrag habe,
den abgöttischen Deutschen das Evangelium zu predigen. Dem fort-
währenden Zubringen des Bischofs und der Geistlichkeit zu entgehen,
verließ er, gesegnet von Wilibrord, Fricßland, und kam nach Hessen,
wo er bis an die Gränzen von Sachsen allenthalben predigte, un-
zählige Heiden bekehrte, sie taufte, die Götzentempel stürzte, und
an ihre Stelle christliche Kirchen erbaute. Zu Hamanaburg fand er
ein Schloß. Die Eigenthumer und Bewohner desselben waren Brü-
der, die, .obgleich sie sich Christen nannten, doch dem Götzen-
dienste fröhnten. Diese bekehrte er, und sie überließen ihm einen
Platz zur Erbauung eines Klosters, als einer Psianzschule tauglicher
Männer zur Erhaltung u.nd Fortpflanzung des Christenthums in die-
sem Lande.
Der heilige Bonifazius ordnete ^etzt den Binnas, einen von
seinen Gehilfen nach Rom ab mit einem Schreiben, in dem er dem
Papste Gregor den Erfolg seiner apostolischen Arbeiten anzeigte, und
in Betreff mehrerer schwieriger Angelegenheiten bei ihm sich Raths
erholte. Gregor ward dadurch hoch erfreut, ertheilte die erbetenen
Aufschlüsse, und lud den Bonifazius ein nach Rom zu kommen.
Dieser gehorchte der Einladung, und erschien im Jahre 723 zum
zweitenmal«? bei dem obersten Haupte der heiligen Kirche, das ihn
mit cin,r ehrenvollen Aufnahme, und mit einer wahrhaft väterlichen
Zuneigung erfreute, Gott preisend, daß er durch den apostolischen
Mann schon so Vieles und so Großes gewirkt hatte. Gregor for-
derte dem Bonifazius sein Glaubensbekenntnis) ab. Dieser übergab
es schriftlich, und befriedigte dadurch den heiligen Vater auf eine so
vollkommene Weise, daß derselbe ihn sehr nachdrücklich ermunterte,
fortwährend standhaft auf demselben zu verharren, und es bei sei-
nem apostolischen Berufe nie außer Acht zu lassen. Nach mehrern
Unterredungen mit dem Papste über die Angelegenheiten des christli-
chen Glaubens in Deutschland, wurde Bonifazius am letzten Novem-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen