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218 Der heilige Bonifazius, Erzbischof von Mainz :c.
ber des Jahres 723 in der Vatikankirche von Gregor zum Bischöfe
geweiht, nicht für eine bestimmte Kirche, sondern zur Ausübung der
bischöflichen Amtsgewalt bei den Völkern, die er schon bekehrt hatte,
und noch bekehren würde. Er legte auf das Verlangen des Pap-
stes eidlich das Versprechen ab, daß er die reine, katholische Lehre
fortwährend bewahren, in Vereinigung mit der Einen wahren Kirche,
durch die Uebereinstimmung mit dem sichtbaren Oberhaupte derselben,
beständig bleiben, und nie Gemeinschaft haben wolle mit Bischöfen,
welche Kirchcnsatzungen nicht befolgten. Der Papst übergab ihm
cine Sammlung von Kirchcnsatzungcn, die ihm zur Richtschnur die-
nen sollten. Darauf kehrte Vonifazius zurück, mit Empfehlungsschreiben
des Papstes an Karl Martell, an alle Bischöfe, Priester, Diakonen,
Herzoge, Fürsten und Christen, zu denen er kommen würde, und
mit Ermahnungsbriefen an die dem Bonifazius untergebenen Geistli-
chen , und christlichen Laien, an die Fürsten in Thüringen, an das
thüringische Volk und an die Sachsen. Er verfügte sich zuerst zu
Carl Martcll, welcher ihn mit einem offenen Briefe versah, in dem
er allen Großen der unter ihm stehenden Provinzen befahl, ihn gut
aufzunehmen, und in seinen apostolischen Arbeiten kräftig zu unter-
stützen, und ging dann wieder nach Hessen, wo er mit rastlosem Ei-
fer die Bekehrung der Ungläubigen, und die Bemühung für die
Rückkehr derjenigen fortsetzte, welche, obgleich durch die christliche
Taufe geheiligct, dem heidnischen Aberglauben wieder huldigten.
Nach einiger Zeit begab er sich nach Thüringen. Die christliche Re-
ligion war in diesem Lande schon unter dem fränkischen Könige Theo-
dorich, nachdem dieser dasselbe sich unterworfen hatte, eingeführt wor-
den. Da aber die frankischen Fürsten dasselbe zu behaupten nicht
vermochten, und die Thüringer den Sachsen sich unterwerfen mußten,
so ward das aufgehende Licht des Glaubens zum Theile wieder ganz
ausgelöscht, und zum Theile verfinstert durch heuchlerische Irrlchrer,
die als Fremdlinge dahin kamen. Bonifazius fachte das himmlische
Licht wieder an; hatte aber dabei sehr großen Widerstand und schwere
Leiden zu erdulden, insbesondere von Drothwin, Berthen, Canbereth
und Huurad, die eben so verschlagen, als lasterhaft waren. Endlich
siegte sein rastloser und unerschütterlicher Eifer. Unzählige, die vom
heiligen Glauben abtrünnig geworden waren, kehrten in den Schoos
der wahren Kirche zurück, viele Abgötterer wurden bekehrt und ge-
tauft, die Denkmale der heidnischen Abgötterei verschwanden, und an
ihre Stellen traten christliche Kirchen und Klöster. Unter letztern
war das erste und merkwürdigste das Kloster zu Ordorf, dessen
Kirche auf den Namen des heiligen Michaels eingeweiht wurde we-
gen einer nächtlichen Erscheinung, mit der Gott an eben diesem Orte
seinen Diener Bonifazius begnadiget haben soll.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen