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220 Der heilige Bonifazius, Erzbischof von Mainz :c.
chcn Legaten, wohin er sie rufen würde, allzeit erfcdcinen sollen.
Auf diese Art bekam Bayern, welches bisher nur herumreisende
Landprediger, und ungewisse Hirten hatte, eigene Bischöfe. Boni:
faziuä entfernte die falschen Glaubcnspreoiger, die in Bayern sich
eingcschlichcn hatten, wies die irregeführten Gläubigen zurecht, hielt
darauf eine Versammlung der Bischöfe zu Regensburg unter dem
Herzoge Utilo, und wohnte einer andern Versammlung bei, welche
Karlmann, Herzog von Austrasien, nach seiner Ankunft an der Do-
nau, zusammen berufen hatte, um die Verbesserung des Kirchcnwe-
sens zu bewirken. Bald darauf errichtete Bonifazius die Bisthümer
zu Erfurt für Thüringen; zu Baraburg (später nach Paderborn über-
setzt) für Hessen, zu Würzburg für Franken, und zu Eichstätt für
die bayerische Pfalz.
Der heilige Zacharias, der dem Papste Gregor im Jahre 741
in der Regierung der Kirche gefolgt war, bewies, wie seine Vor-
ganger, dem heiligen Bonifazius ausgezeichnete Hochschätzung, und
bestätigte Alles, was die Kirchen Deutschlands betreffend, geschehen
war. Im Jahre 751 wurde der heilige Bonifazius von Pipin auf
den bischöflichen Stuhl zu Mainz berufen. Der Papst Zacharias
gab hiezu nicht nur seine Bestätigung, sondern erhob dieses Bis-
thum zu einem Erzbisthume, und unterwarf demselben die Bisthümer
von Cöln (welches aber bald darauf ebenfalls zu einem Erzbistlium
erhoben wurde), zu Tongern, zu Utrecht, zu Augsburg, zu Chur
und zu Konstanz, sammt denjenigen, die von Bonifazius waren er-
richtet worden, und denen, die chevor der Kirche zu Trier un-
tergcben warm, als: Straßburg, Speicr und Worms. Der getreue
Hirt bewachte alle diese Kirchen mit einer Sorge, die eines Apostels
Jesu Christi vollkommen würdig ist, und opferte dem Wohl dersel-
ben alle seine Kräfte. Von dem Papste Zacharias hatte er die Voll:
macht erhalten, sich für den crzbischöflichen Stuhl von Mainz, bei
seinen Lebzeiten noch, einen Nachfolger zu wählen. Er wählte hie-
zu den heiligen Lullus, einen Mönch von Malmcoburi, weihte ihn
im Jahre 754 zum Erzbischofe von Mainz, übertrug ihm die Sorge,
sowohl die Kirche von Fulda, als auch diejenigen, welche er in Thü-
ringen angefangen hatte, gänzlich zu Stande zu bringen, und bat
ihn inständig, aus allen Kräften sich zu bemühen, die noch übrigen
Abgötterer zu bekehren. Zugleich schrieb er an Fulrad, den Abt
von St. Denis, und ersuchte ihn, den König Pipin zu bewegen,
daß er die Wahl des Lullus genehmige. Als der Heilige, durch
die Uebertragung des erzbichöflichen Amtes an Lullus, sich in Frei-
heit sah, entbrannte in ihm das Verlangen, dem himmlischen Be-
rufe der Bekehrung der Ungläubigen, seines 'Alters und seiner Schwä-
che ungeachtet, noch einmal sich zu widmen. Mehr als je ward er
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen