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Am 14. Oktober. 223
gelium verkündigt, und im Jahre 689 auf Anstiften der gottlosen
Gailana den Martcrtod erlitten hatten, aufzufinden. Er fand sie,
und brachte sie mit großer Feierlichkeit in die Muttergotteskirche aus
dem Marienbcrg, dem ihm die gottselige Äbtissin Immina gegen das
Kloster zu Karelburg überlassen hatte. Diese Kirche wurde theils
von dem Bischöfe selbst, theils von mchrern Großen des Reiches
mit reichlichen Gaben beschenkt, und auch mit Gütern begabt, z. B.
Michelnstatt, Hohenburg u. a. An dem Orte, wo die Leichen des»
heiligen Kilian und seiner Gefährten begraben lagen, erbaute der
heilige Burchardus ein Kloster mit einer schönen Kirche, in welche
er die ehrwürdigen Reliquie» übersetzte. Ein anderes Kloster baute
er auf dem Maricnberge mit einer Kirche zu Ehren des heiligen Apo-
stels Andreas. Später erhielt diese Kirche den Namen „zum heili-
gen Burchardus" weil der Bischof Hugo die Gebeine des Heiligen
dahin übersetzte. In die stille Einsamkeit dieses Klosters zog Bur-
chardus sehr oft auf einige Zeit sich zurück, wenn er dem Geschäfte
des Geistes sich ausschließlich widmen wollte. Sehr viele Menschen
jeden Alters, und jeden Standes kamen zu dem frommen Bischöfe,
von ihm Unterweisung, Hilfe, Trost und Rath zu empfangen. Viele
überließen sich ganz seiner weisen Leitung. Unter diesen war Gum-
bertus, ein sehr vornehmer Mann, der alle seine Besitzungen in die
Hände des Bischofs legte, damit er dieselben zu gottgefälligen Zwecken
verwende, und allen irdischen Bestrebungen und Hoffnungen entsa-
gend, einzig dem Geschäfte des Heils sich widmete. Er wird den
Heiligen beigezählt, und sein jährliches Andenken im Bisthume
Würzburg am 15. Juli begangen. Ueber acht Jahre hatte der hei-
lige Burchardus das bischöfliche Amt mit uncrmüdctcr Sorgfalt und
großem Ruhme verwaltet, als er seines hohen Alters wegen die
schwere Last länger zu tragen nicht mehr vermochte. Er faßte da-
her den Entschluß, dasselbe niederzulegen, und sein Leben in from-
mer Ruhe zu beschließen. Dazu erhielt er sowohl von dem Könige
Pipin, als von dem Erzbischofe Bonifazius die Erlaubniß, so wie
auch die Einstimmung, daß er den Meingut, Abt des Klosters zu
Neustadt am Main, zu seinem Nachfolger im bischöflichen Amte ein-
setzte. Nachdem dieses geschehen war, nahm er sechs Mönche aus
dem Kloster des heiligen Andreas mit sich, und begab sich in das
Kloster nach Homburg, wo er im Gebethe und in vollkommener
Vereinigung mit Gott seiner Auflösung entgegen sah, die in kurzer
Zeit, im Jahre 752, erfolgte. Seine Leiche ließ der Bischof Mein-
gut nach Würzburg bringen, wo sie beim Stadtthore mit großer
Pracht empfangen, und unter Begleitung der Geistlichkeit und des
zahlreich versammelten Volkes in der Domkirche, unweit von dem
Sarge des heiligen Kilian, beigesetzt wurde.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen