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Am 18. Dezember. 225
entstammen. Er verfehlte seine Absicht nicht. Alle, zu denen er
sprach, wurden belebt in dem Eifer für ihr Heil, und Mehrere ent-
sagten dem Dienste der Welt, um sich ganz und ungestört dem
Dienste Gottes widmen zu können. Wunibald kehrte nach Rom
wieder zurück mit einem Bruder, dessen Namen wir nicht wissen.
Als der heilige Vonifazius, der Apostel der Deutschen, in Rom
war, wurde ihm der große Ruhm des Wunibaldus bekannt. Er
drang deßhalb in ihn, für Deutschland thätig zu werden, und in
Gemeinschaft mit ihm an dessen geistlichem Wohle zu arbeiten. Wu:
nibald erklärte sich hiezu bereit, setzte mit den Seinigen Alles in
Richtigkeit, und reiste, begleitet von seinem vorerwähnten Bruder,
nach Thüringen mit dem heiligen Bonifazius, der ihn bald nachher,
als sie dahin gekommen waren, zum Priester weihte, und sieben Kir-
chen seiner geistlichen Obsorge übergab. Als ein guter Hir t , wür-
dig des obersten Hirten Jesus Christus, weidete er die ihm anver-
traute Heerde durch eifrige Verkündigung des göttlichen Wortes, be-
kräftigte sie durch die heiligen Geheimnisse, und leuchtete ihr vor
durch heiligen Wandel. Nach einigen Jahren führte ihn sein apo-
stolischer Eifer nach Bayern, wo er von dem Herzoge Utilo sehr
gütig aufgenommen wurde. Er blieb in diesem Lande drei Jahre
lang, während denen er sehr kräftig einwirkte auf die Belebung des
Glaubens und die Verbesserung der Sitten bei Hohen und Niedern,
bei Geistlichen und Laien. Nach drei Jahren verfügte er sich zu
dem heiligen Bonifazius nach Mainz, wo er sich ebenfalls durch ei-
nige Zeit dem Dienste des Evangeliums widmete. Sein kluger Eifer,
vereint mit der lautersten Gottesfurcht und tiefer Demuth, verschaffte
ihm eben so große, als allgemeine Verehrung.
Der heilige Wunibald war von schwächlicher Leibesbeschaffen-
heit, und dabei doch sehr strenge gegen sich selbst. Er genoß nur
sparsam die einfachste Nahrung, und vom Weine enthielt er sich
beinahe ganz. Die schwächliche Leibesbeschaffenheit mag eine vor-
zügliche Ursache gewesen seyn, daß lr den Entschluß faßte, in die
klösterliche Einsamkeit sich wieder zurückzuziehen. Dazu wollte er
aber einen Ort auswählen, der keinen Weinwachs hatte, in der Ue-
berzeugung , daß der Wein dem Klostcrgeiste sehr nachthcuig werden
könne. Er reiste deßhalb zu seinem Bruder Willibald, der jetzt Bi-
schof in Eichstädt war, mit ihm über einen tauglichen Ort zur Er-
bauung eines Klosters sich zu berathen. Bereits hatte ihm Utilo,
der Herzog in Bayern, die Genehmigung hiezu ertheilt, und auch
selbst durch ein Geschenk dieses Vorhaben unterstützt. Die Wahl
der beiden Brüder siel auf eine Wildniß, Hcidenheim genannt. Da
kaufte Wunibald Grund und Boden, schuf die Wildniß in urbares
Land um, und baute kleine Wohnungen für sich und seine Mitbrü-
Zwlitcr Baut. 15
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen