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226 Ter heilige Wumbaldus, Abt.
der, die er dahin berief im Jahre 750. Die Anwohner dieses Or:
tes beschenkten ihn mit liegenden Gütern. Bald schritt er zum Bau
einer Kirche, und stellte endlich auch ein Kloster her, dem er als
Abt vorstand bis zu seinem Tode.
Wunibald hatte sich in die klösterliche Einsamkeit zwar zurück:
gezogen; sein frommer Eifer blieb aber nicht beschränkt auf die kleine
K'lostergemeinde, die er nach der Regel des heiligen Bcnedikt, mehr
durch das Vorbild seines eigenen gottseligen Sinnes und Wandels,
als durch viele Ermahnungen und Vorschriften regierte, sondern ver-
breitete sich auf die Bewohner der ganzen umliegenden Gegend.
Eehr lästig waren diese Bemühungen des frommen Mannes den La-
sterhaften , deren einige ihn durch Schmeicheleien und Verheißungen
für sich zu gewinnen, andere aber durch Drohungen zu schrecken such:
ten. Allein weder diese, noch jene waren vermögend, seinen Eifer
zu lahmen. Die Gottlosen strebten ihm endlich auf mancherlei Weise
nach dem Leben; er aber vernichtete mit Vorsicht, und Vertrauen
auf Gott ihre Anschläge, und sprach dem Volke nur desto mehr zu,
gut zu seyn, des Bösen sich zu enthalten, und durch keine Arglist
der Gottlosen sich irreführen zu lassen.
Durch solche fortwährende Anstrengung, durch Fasten und Wa:
chcn führte Wunibald, bei der ohnehin schwachen Gesundheit, seine
Entkräftung herbei. Obgleich schon sehr schwach, unternahm er um
das Jahr 758 noch eine Reise nach Würzburg, zu dem Bischöfe
Meingut, und von da nach Fulda zu dem Grabe des heiligen Vom-
facius. Hier mußte er drei Wochen verweilen, weil seine Schwäche
sehr zugenommen hatte. Durch die Ruhe erholte er sich wieder,
und kehrte, aber sehr entkräftet, in sein Kloster zurück.
Zwei Tage vor seinem Tode berief er noch einmal seinen Bru-
der, den Bischof von Eichstädt, zu sich. Dieser erschien frühe Mor-
gens, an einem Freitage. Den ganzen Tag brachten die Brüder in
gottseliger Unterhaltung zu. Am folgenden Tage Nachmittags ver-
sammelte er alle seine Klostergenosscn um sein Bett, ermunterte sie
in einer rührenden Anrede zur Bewahrung der reinen christlichen
Lehre, und zur getreuen Befolgung derselben, zur gegenseitigen Liebe,
zur pünktlichen Erfüllung ihrer Gelübde, und der Satzungen ihres
Ordens. Allen bot er Verzeihung an, und Alle bat er, daß sie
auch ihm verzeihen, wenn er sie beleidiget hätte. Darauf drückte er
sein heißes Verlangen nach dem ewigen Leben aus, erhob dann seine
Augen gen Himmel, und rief: »Herr! in deine Hände empfehle ich
meinen Geist!" und verschied sitzend im Bette, sechzig Jahre alt am
18. Dezember 761. Unzählige Thränen flößen um den frommen
Diener Gottes und der Menschen.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen