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Am 18. Dezember. 227
Seine Leiche wurde in die Kirche getragen, wo die Brüder
ihm die ganze Nacht durch Gebeth und Psalmgcsang die letzte Liebe
erwiesen. Am frühen Morgen des andern Tages wurde sie in einen
Sarg, der schon mehrere Jahre bereitet war, gelegt, und in der
Kirche beigesetzt.
Der Bischof Willibald fand sich in der Folge bewogen, zum
Gedächtnisse Wunibalds, dessen Gebeine er nach sechszehn Jahren
erheben, und in einen neuen Sarg legen ließ, eine größere Kirche
zu erbauen. Im zwölften Jahrhunderte wurden diese Kirche und
das Kloster Heidcnhcim durch einen Brand zerstört; von dem Abte
Adelbertus aber wieder herbestellt. Gott offenbarte die Heiligkeit
seines Knechtes Wunibald durch viele Wunder, die er an dessen
Grabe geschehen ließ, wodurch die Verehrung desselben eben so groß,
als allgemein wurde. Dieses Leben ist ein Kampf; der Tag des
Todes ist der Anfang der verdienten Ruhe.
Der heilige Willibaldus, Bischof zu Eichstädt.
(Am ?. Juli.)
Der heilige Willibald ward geboren im Jahre 700, und war also ein
Jahr älter, als sein Bruder, der heilige Wunibald. Eine schwere
Krankheit brachte den dreijährigen Knaben an den Rand des Gra-
bes. Die Eltern, die ihn sehr liebten, waren darüber sehr bestürzt.
Als die Heilungsmittcl fruchtlos blieben, und alle Hoffnung des Le-
bens verloren schien, nahmen sie das holde Kind, trugen es zu dem
Kreuze, welches nach damaliger Sitte vor ihrem Hause stand, fleh-
ten zu Gott durch Jesum Christum um die Genesung, und gelobten,
es dem Dienste Gottes im geistlichen Stande zu widmen. Gott
erhörte das Gebeth des Glaubens. Willibald wurde gesund, und
die Eltern beeiferten sich, das gemachte Gelübde zu erfüllen. Als
er fünf Jahre alt war, gaben sie ihn in das Kloster Waltheim,
welchem Egbald als Abt vorstand, zur Erziehung. Die Bemühung
der frommen Mönche wurde auf das Herrlichste belohnt durch die
glänzenden Fortschritte, welche Willibald sowohl auf dem Wege der
Wissenschaften, als auf der Bahn der Gottesfurcht machte.
Im Jahre 720 unternahm Willibald, in Begleitung seines
Vaters und seines Bruders, wie wir in der vorangehenden Geschichte
schon gehört haben, eine Reise nach Rom zu den Grabern der hei-
ligen Apostel Petrus und Paulus. Da ward er beseelt von dem
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen