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Am 22. Dezember. 237
drohte ein unerwarteter Sturm, das herrlich aufblühende Werk zu
zerstören. Die Sachsen empörten sich auf Anstiften des Wittikinds
gegen Karl, streiften bis in die Gegend von Köln, und verheerten
Alles durch Morden, Sengen und Rauben. Mit grausamer Wuth
verfolgten sie die Glaubenspreoiger und die neubckehrtcn Christen.
Willehad rettete sein Leben durch die Flucht nach Frießland. Viele
Priester und andere Kirchendiener wurden von den Abgöttcrern gc-
töotct. Willehad durfte nicht hoffen, in kurzer Zeit wieder nach
Sachsen zurückkehren zu können. Er unternahm daher eine Reise
nach Rom, bei den Gräbern der heiligen Apostel seine Andacht zu
verrichten. Da stellte er dem sichtbaren Oberhaupte der heiligen
Kirche, dem Papste Hadrian, den Zustand des Christenthumes in
Sachsen vor, und empfahl ihm unter vielen Thränen sich selbst und
die bedrängten Neubekchrten. Der Papst war hoch erfreut über den
frommen Eifer des apostolischen Mannes, bewies ihm große Liebe,
ermunterte ihn, das Bekehrungsgeschäft fortzusetzen, und entließ ihn
mit der Verheißung seines Schutzes, und mit seinem Segen. Wille-
had machte seine Rückreise durch Gallien, und verweilte, da die Un-
ruhen in Sachsen noch fortdauerten, zu Epternach ^Echternach) im
ehemaligen Hcrzogthume Luxemburg. Da versammelten sich um
ihn mehrere von seinen getreuen Schülern, die, wie er, durch die
Flucht, der Wuth der abgöttischen Sachsen sich entzogen hatten.
Zwei Jahre blieb er im Kloster zu Eptcrnach, in stiller Einsamkeit
sich widmend der Erforschung der göttlichen Schriften, dem Gebethe
und der Betrachtung, unter strenger körperlicher Abtödtung.
Die Sachsen wurden von dem Könige Karl besiegt. Ihm un-
terwarf sich auch Wittikind, und nahm im Jahre 785 den christ-
lichen Glauben an. Nun verließ Willehad das Kloster Epternach,
verfügte sich zu dem Könige nach Eresburg, wurde von ihm be-
schenkt, und wieder hingeschickt nach Wigmod, wo er vorher das
Evangelium verkündiget hatte. Da legte er mit erneutem Eifer
Hand an das Werk, das er so mühevoll geschaffen hatte, welches
aber durch die Raserei der Abgöttercr bereits ganz zerstört war.
Er bekräftigte im heiligen Glauben die, welche demselben getreu ge-
blieben waren, führte zu demselben die zurück, welche ihn verlassen,
und bekehrte Viele, welche bis daher das himmlische Licht verschmäht
hatten. Er stellte die zerstörten Kirchen wieder her, und versah sie
mit Priestern zur Verkündigung des göttlichen Wortes, und zur Ver-
waltung und Spcndung der heiligen Geheimnisse. Im Jahre 787
wurde er zum Bischöfe geweiht, und seiner bischöflichen Obsorge diese
ganze Gegend anvertraut. In Bremen erbaute er eine schöne Kirche,
die er am 1. November des Jahres 789 zu Ehren des heiligen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen