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Am 28. Jänner. 247
Während seiner letzten Krankheit unterließ der heilige Ludger
nichts von seinen gewöhnlichen Andachtsübungen. Er entrichtete fast
täglich das hochheilige Opfer, und am Tage vor seinem Tode pre:
digte er noch in zwei Kirchen, zu Coosfeld und Bilderbeken. Am
letzten Orte starb er am 26. März 809.
Sein Leichnam wurde von Bilderbeken zuerst nach Münster,
und dann auf Befehl des Kaisers nach Werden gebracht, und außer-
halb der von ihm erbauten Kirche begraben, an dem Orte, den er
selbst dazu bestimmt hatte. Gott verherrlichte das Grab seines Die:
ncrs durch viele Wunder, die bei demselben geschahen.
Der heilige Karolus, Kaiser.
(Am 28. Jänner.)
Der fränkische König Karl, nachmaliger Kaiser, war der größte
Mann seiner Zeit, und gehört unstreitig unter die größten Regenten
aller Zeiten. Mit Recht wird er daher mit dem Namen „der Große"
beehrt. Er war ein eben so ausgezeichneter als glücklicher Kriegs:
Held, ein weiser Regent, der eifrigste Beförderer der Wissenschaften,
und ein standhafter Beschützer der heiligen Kirche. Dabei darf in:
dessen doch nicht geläugnet werden, daß sich in seiner Lebensgeschichte
manche Handlungen darstellen, die sich durch den Geist der damali:
gen Zeit, und die vorwaltenden Umstände zwar in etwas entschuld«:
gen, aber in Hinsicht auf die Forderung der christlichen Sittenlehre
keineswegs rechtfertigen lassen. Karl löschte diese Flecken aus durch
die Buße und durch Werke der Gottseligkeit und der Liebe. Die
katholische Kirche nahm daher keinen Anstand, ihn in der Zahl der
Heiligen zu verehren.
Karl war ein Sohn des Königs Pipin. Von seiner Erziehung
und Iugcndgeschichte machen die Geschichtschreiber keine Meldung.
Schon im Jahre 754 wurden er und sein Bruder, Karlmann, von
ihrem Vater Pipin zu Königen, jener von Neustricn, dieser von
Austrasien ernannt, und von dem Papste Stephan gesalbt. Im
Hcrbstmonate des Jahres 768 übernahmen sie die Regierung des
gcsammten fränkischen Reiches, und ließen sich krönen, Karl zu No:
jon, und Karlmann zu Soisson. Sechs Tage darauf starb ihr Va:
ter Pipin. Auch Karlmann starb schon im Jahre 771, und Karl,
der jetzt vier und zwanzig Jahre alt war, übernahm auf Verlangen
der meisten Großen auch die Regierung, die der Bruder innc gehabt
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen