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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 28. Jänner. 249 cr zu Hause, so waren alle Söhne und Töchter immer an seinem Tische, und auf Reisen befanden sie sich sehr oft in seiner Beglei- tung. Sein größtes Vergnügen fand er im Kreise seiner Kinder. Mit solcher Zärtlichkeit hing er an ihnen, daß cr, so lange er lebte, keine seiner Töchter von sich entließ, obgleich die glänzendsten Ver- bindungen für sie sich darboten. Nicht mit Unrecht wird deß- halb ihm vorgeworfen, daß er die Freude derselben zu sehr be- schränkt habe. Nach dem im Jahre 810 erfolgten Tod seines Sohnes Pipin, den er zum Könige von Italien bestellt hatte, nahm cr dessen fünf Töchter an seinen Hof, bewies ihnen, wie seinen eigenen Kindern, die zärtlichste Liebe, und wandte nicht geringere Sorge, als bei die- sen, auf deren gute Erziehung. Dem Sohne Pipins, der Bernard hieß, überließ er die Krone des Vaters, stellte ihm aber den weisen und tapfern Wala zur Seite, damit er den jungen König in dem Regicrungsgcschäfte leite. Seiner Mutter Berta bewies Karl, so lange sie lebte, kindliche Verehrung, und seiner Schwester Gisla auf- richtige Bruderliebe. Damals nur handelte er den Wünschen seiner Mutter entgegen, als er seine Gemahlin, die Tochter des Dcsiderius, ihrem Vater zurückschickte. In der Wahl seiner Freunde war Karl vorsichtig. Gegen die, die er gewählt hatte, zeigte er sich auf eine seltene Weise getreu und standhaft. Große Zuneigung schenkte cr den Gelehrten, und unter selben vorzugsweise dem Diakon Pisanus und dem Alkuin. Von jenem empfing er Unterricht in der Sprach- kunde, von diesem in der Redekunst, und in verschiedenen andern nützlichen und schönen Wissenschaften. Seine Feinde und Gegner hatten fast immer Ursache seine Großmuth und seine Schonung zu rühmen. Es erscheinen zwar in seiner Regierungsgcschichtc Vorfälle, welche das Gegentheil zu urtheilen veranlassen können; allein wir dürfen, wenn wir in unserem Urtheile gerecht seyn wollen, nicht au- ßer Ach< lassen den Geist jener Zeit, und die Gebräuche, die damals herrschend waren. Wissenschaften und Künste warcn, als Karl die Regierung an- trat, im traurigsten Verfalle. Sogar die Kunst des Lesens und des Schreibens war, außer den Klöstern, bereits fremd geworden. Karl widmete sich selbst mit seltenem Eifer den Wissenschaften, und hatte deßhalb immer Gelehrte um sich, denen er die größte Zuneigung schenkte. In seinen reiferen Jahren suchte cr einzubringen, was in seiner Jugend an ihm war vernachlässiget worden. Eginhard sagt, er habe beständig Tafel und Griffel unter seinem Kopfpolster gehabt, um sich, wenn cr schlaflos wäre, im Schreiben zu üben. Gleichen Eifer wandte cr auf den Unterricht seiner Kinder und seiner Unter- thanen. Er errichtete allenthalben, besonders in den Klöstern, Schu-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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