Seite - (000252) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000252) -
Text der Seite - (000252) -
250 Der heilige Karolus, Kaiser.
len, die er mit allen Erfordernissen reichlich unterstützte. Aus allen
Ländern berief er geschickte und gelehrte Manner, um durch sie Wis-
senschaften und Künste in seinem Reiche in Aufnahme zu bringen.
Sein so edles Bemühen wurde mit dem erfreulichsten Erfolge ge-
krönt. Man muß nur bedauern, daß seine Nachfolger nicht mit dem
gleichen Eiser auf dem so mühevoll gebahnten Wege vorangeschritten
sind. Viel mehr noch, als für die Beförderung der dünste und
Wissenschaften, that Karl für die Verbreitung und für den Glanz
der christlichen Religion, derer trcuester Verehrer und Anhanger er
war. Er erbaute viele Kirchen, errichtete neue Bisthümer, schickte
Glaubensbotcn zu den besiegten heidnisch«! Völkern, insbesondere zu
den Sachsen; beförderte größere Gelehrsamkeit unter den Geistlichen;
veranlaßte verschiedene Concilien, durch welche die Rohheit und Sit-
tenlosigkcit der Geistlichen, sowie der Lajcn, beschränkt, die Kirchen-
zucht verbessert, herrschende Mißbräuche, die vielfaltig in das Kirchen-
wescn sich eingeschlichen hatten, gehoben, und falsche Lehren ver-
drängt werden sollten. Er führte den gregorianischen Gesang und
die Liturgie nach Art der römischen Kirche in Frankreich ein. Auch
viele Staatsgesetzc gab er, die auf Veredlung der Sitten den wohl-
thätigsten Einfluß hatten. Das herrlichste Denkmal seines frommen
Sinnes hat er gestiftet zu Aachen, wo er sich sehr gerne, und in
seinen letzten Lebensjahren fast bestandig aufhielt. Da erbaute er
die prächtige Stiftskirche, die heut zu Tage noch steht, sparte keinen
Aufwand, sie auf das Köstlichste einzurichten, und ließ sie endlich
mit großer Feierlichkeit einweihen. Diese Kirche besuchte er, wenn
cr zu Aachen sich aufhielt, fast immer des Tages zweimal, am Mor-
gen zur Zeit des hochheiligen Opfers, und am Abende, ja nicht sel-
ten auch in den Stunden der Nacht. Er wachte selbst über die
pünktlichste Ordnung des Gottesdienstes, und nahm öfters Theil an
dem Gebethe und an dem Psalmgesange der Priester, zur größten
Erbauung für diese, und für das gläubige Volk.
Während seiner Regierung kam Karl viermal nach Rom; im
Jahre 774, da Pavia von ihm belagert wurde; zu Ostern, um
seine Andacht bei den Gräbern der heiligen Apostel zu verrichten;
im Jahre 78 l, ebenfalls zur Osterzeit, wo sein Sohn Pipin von
dem Papste Hadrian getauft, und zum König von Italien, sowie
dessen Bruder Ludwig zum König von Aquitanien gesalbt wurde;
im Jahre 787, in welchem er den ganzen Winter daselbst zubrachte.
Seine vierte Reise dahin wurde durch folgende Begebenheit veran-
laßt: Einige der vornehmste.! Bürger Roms hatten den Papst Leo I I I .
bei einer öffentlichen Prozession schwer mißhandelt. Der spoletanischc
Herzog Winigis rettete ihn noch aus ihren Händen, und berichtete
die Sache an Karl, der sogleich befahl, den Papst mit den größten
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen