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Am 28. Jänner. 251
Ehrenbezeugungen zu ihm nach Sachsen, wo er eben mit einem
Kriegszuge beschäftiget war, zu führen. Der Papst kam nach Pa-
derborn, und wurde unter einem fast unerhörten Zulaufe des ihn zu
sehen begierigen Volkes, von Karl mit eben so viel Zärtlichkeit, als
Ehrerbietung empfangen. Der König versprach alles Mögliche zu
thun, ihm für die erlittene Mißhandlung Genugthuung zu verschaf-
fen, und hielt auch Wort; indem er dem nach Rom zurückkehrenden
Papste alsobald folgte, die Sache untersuchte, und die Missethäter
bestrafte. Als er darauf am Weihnachtfeste des Jahres 801 in die
St. Peterskirche kam, und vom Gebethe aufstand, setzte ihm der
Papst mit eigenen Händen eine kostbare Krone auf, und das Volk
rief ihn mit lautem Freudengcschrei zum römischen Kaiser aus. So
ward das abendländische Kaiserthum wieder hergestellt. Im Früh-
linge des nämlichen Jahres kehrte der neue Kaiser nach Aachen
zurück.
Den unter schwerem Drucke, und in großer Armuth seufzenden
Gläubigen in Syrien, Egypten, Afrika und Jerusalem sandte Karl
reichliche Gaben. Uebcrdieß bemühte er sich, die Freundschaft der
Fürsten dieser Länder zu erhalten, vorzüglich aus dem Grunde, da-
mit er das Schicksal der Christen zu erleichtern, in Stand gcfttzt
werde.
Im Jahre 806 bestimmte er, wie seine drei Söhne nach sei-
nem Tode das Reich unter sich theilen sollten; denn er konnte es
sich nicht verbergen, daß nun allmählig sein Lebensende heranrücke.
Das Jahr vor seinem Tode gab er noch die stärksten Proben der
Sorgfalt, die ihn für seiner Unterthanen geistliches und zeitliches
Wohl beseelte. In vier verschiedenen Städten mußten die Bischöfe
lind Acbte seines Reiches zusammenkommen, und alles auf's genaueste
erwägen, was zum Besten der Kirche, zur Förderung des Unter-
richts des Volkes in der Religion, und zur Ausrottung der Laster
dienen könnte. Nachdem die Bischöfe ihre Beschlüsse gemacht hatten,
legten sie dieselben ihm vov. Er bestätigte sie auf dem nächsten
Reichstage zu Aachen. Auf eben diesem Reichstage nahm er noch
ein anderes, sehr wichtiges Geschäft vor. Seine Söhne Karl und
Pipin waren vor Kurzem gestorben, und Ludwig der jüngste von
ihnen, war allein noch übrig. Es mußte deßhalb eine neue Bestim-
mung in Ansehung der Erbfolge geschehen. Er hielt für rathsam,
bei seinen Lebzeiten noch den Ludwig zum Kaiser zu ernennen, und
unterredete sich deßhalb mit den Großen des Reiches, die ihm ein-
stimmig erklärten, Gott wolle es haben, daß er sein Vorhaben in's
Werk setze. Er ging demnach an einem Sonntage im kaiserlichen
Anzüge in die Kirche, wo er eine goldene Krone auf den Altar hatte
legen lassen. Nachdem er eine Weile gebethet hatte, crmahnte er
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen