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252 Der heilige Karolus Kaiser.
seinen Sohn im Angeslchte des ganzen Volkes, Gott zu lieben, des:
sen Gebote in Allem zu halten, für die Kirche Gottes Sorge zu
tragen, und gegen boshafte Menschen sie zu schützen, sich gegen seine
Schwestern und Enkel immer gütig zu erweisen, die Priester zu eh-
ren als Väter, sein Volk zu lieben, wie seine Kinder, die Hoffär-
tigen und Bösartigen auf den Weg des Heils, wenn es auch mit
Gewalt geschehen sollte, zu bringen, den Klöstern und den Armen
Trost zu verschaffen, getreue und gottesfürchtige Beamte zu bestel-
len, und sich selbst vor Gott und Menschen immer unsträflich zu ver-
halten. Nach diesen und vielen andern Ermahnungen fragte er ihn,
ob er Willens sey, alles dieses zu erfüllen? und nachdem Ludwig es
versprochen hatte, befahl er ihm, sich mit eigenen Händen die Krone,
die auf dem Altare lag, zum Andenken seines Versprechens aufzu-
setzen, welches unter freudigem Zurufe des Volkes geschah. Der
Vater beschenkte hierauf herrlich den geliebten Sohn, und schickte
ihn, nachdem er unt^r vielen Thränen von ihm Abschied genommen
hatte, nach Aquitanien. Dieß war das Lctztemal, daß er ihn sah.
Karls einzige Beschäftigungen waren nun: Bethen, Almosen geben,
und Bücher verbessern. Den größten Theil seines beweglichen Ver-
mögens wandte er durch sein Testament den Kirchen und den Armen
zu. Im Iäner des Jahres 814 wurde er von einem heftigen Fie-
ber angefallen, wozu ein Seitenstechen kam. Er wollte, weil er
überhaupt wenig Arznei nahm, sich durch die Enthaltung vom Essen,
wie er in Krankheitsfällen zu thun gewohnt war, helfen. Allein
dießmal schlug es fehl, weil die Natur bereits zu sehr geschwächt
war. Am siebenten Tage gab er seinen Geist auf, im siebenzigstcn
Jahre seines Lebens, und im sieben und vierzigsten seiner Regierung.
Sein Leichnam wurde zu Aachen in der dort von ihm erbauten präch-
tigen Marienkirche beigesetzt.
„Wähle dir Christum zum Vorbilde deines Lebens; lies, be-
trachte, und rede von Ihm. Er sey deine Sehnsucht, dein Gewinn,
deine ganze Hoffnung und dein Lohn. Suchst du etwas anderes,
als Gott allein, so wirst du Schaden leiden, wirst Plage haben,
und keine Ruhe finden."
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen