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Die heiligen Märtyrer in Amorium.
(Am 6. März.)
Im Jahre 829 übernahm Thcophilus die Regierung des mor-
gcnländischen Kaiserthums. Bald nach dem Antritte derselben kün-
digte er den Muselmannern den Krieg an. Er zog mit einem gro-
ßen Kriegsherr nach Syrien, verheerte das Land mit Feuer und
Schwert, und führte viele Tausend Bewohner desselben in die Ge-
fangenschaft ab. Endlich belagerte er die Stadt Sozopetra, welche
der Geburtsort des Chalifen Mutazem war. Dieser gab an Theo-
philus ein Schreiben, in welchem er ihn bat, daß er diese Stadt
um seinetwillen, weil es seine Geburtsstadt sey, verschone. Theo-
philus, durch das Waffenglück übermüthig gemacht, verschmähte die
Bitte, eroberte die Stadt und zerstörte sie bis auf den Grund.
Die meisten Bewohner derselben wurden getödtet, und die übrigen
in Bande gelegt. Der Chalife geriet!) darüber in die fürchterlichste
Erbitterung, sammelte ein Kriegshecr, so groß wie es noch keiner
seiner Vorgänger gehabt hatte, und ließ alle Schilder der Soldaten
bezeichnen mit dem Worte „Amorium," weil er den unabänderlichen
Entschluß gefaßt hatte, diese, in Phrygicn gelegene Stadt, in wel-
cher Theophilus geboren war, zu zerstören, und so blutige Rache
zu nehmen, wegen der Verheerung seiner Geburtsstadt Sozopetra.
Dem Theophilus ertheilten seine vertrautesten Freunde den Rath,
die Bewohner der Stadt Amorium in Sicherheit bringen zu lassen,
und sie den Schrecken einer fürchterlichen Belagerung, und für den
Fall, daß die Eroberung den Feinden gelingen sollte, dem grausa-
men Tode zu entziehen. Der Kaiser verschmähte diesen Rath, weil
er im Uebermaaße des Vertrauens auf seine Macht, und betäubt
durch Hochmuth über sein bisheriges Waffcnglück, Vorkehrungen die-
ser Art für schimpflich hielt. Er ordnete den Aetius Patritius, der
früher Statthalter gewesen war, und zwei andere seiner besten Feld-
herren, den Theodor Craterus, und den Theophilus Barbuzikus, in
die Stadt Amorium ab, und übertrug ihnen die Vertheidigung der-
selben. Unbeschreiblich war die Wuth der Belagerer; sie vermochte
aber nichts gegen die Klugheit und Tapferkeit der Belagerten. Nur
dreizehn Tage hatte die Belagerung gedauert, und schon hatten sie-
bcnzig Tausend Muselmänner den Tod gefunden. Endlich gelang
es dem Mutazcm zu erkaufen einen Verräther, welcher einen Ort
zeigte, an dem die Stadtmauer zerfallen war. Die Stadt ward
erobert, und dem Erdboden gleich gemacht. Alle Einwohner wur-
den niedergemetzelt, und alle Soldaten, bis auf ihre vornehmsten
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen