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266 Der heilige Eulogius, Priester und Märtyrer.
Da nun aber auch da die Araber hausten, war er zweifelhast, ob
er nach Palästina zurück, oder nach Gallien reisen solle. Er kam
in das Kloster Tabane bei Cordova, da zu erflehen die Fürbitte der
Mönche, daß Gott seine Schritte lenken wolle. Die fromme Sabi-
gotha war eben jetzt auch in Tabane. Der Abt des Klosters, Mar-
tin, und seine Schwester Elisabeth sprachen zu ihm: „Komm Bru-
der, und lasse dich segnen von der Dienerin Gottes Sabigotha!"
Sobald Sabigotha den Gregor erblickte, sagte sie: „Dieser Mönch
ist der verheißene Gefährte unsers Kampfes." Gregor warf sich ihr
zu Füßen, und flehte um ihr Gebeth. Des andern Tages ging er
mit ihr nach Cordova, wo er liebevoll aufgenommen wurde von
Aurclius, von Felix und von Liliosa, deren Fürbitte er sich mit gro-
ßem Eifer empfahl.
Sabigotha und Liliosa gingen kurze Zeit hernach mit verschleicr-
tcm Angesichte in die Kirche der Christen. Da wurden sie von den
Muhamcdancrn erkannt, und dem Richter angezeigt. Aurelius, der
an diesem Tage seine beiden Töchter im Kloster Tc ine besuchte, er-
fuhr es, nahm zärtlichen Abschied von dem Priester Eulogius, der
auch in Tabane war, sowie von den andern Christen, und eilte nach
Hause. Kaum war er da angekommen, als schon Soldaten, die
der Stadtrichter abgeordnet hatte, erschienen, und riefen: „Heraus,
ihr Elenden! Eilends heraus zum Tode!" Muthig folgten Aure-
lius, Sabigotha, Felix, Liliosa und der Mönch Gregor den Solda-
ten zum Stadtrichter. Dieser suchte sie zuerst durch freundliches Zu-
reden und durch glänzende Verheißungen zu gewinnen; da er aber
sein Bemühen fruchtlos fand, ließ er sie binden und in's Gefängniß
werfen, in welchem sie fünf Tage blieben, und mit frommer Sehn-
sucht die Stunde des Todes erwarteten. Nach fünf Tagen wurden
sie wieder zum Richter geführt, und von ihm zum Tode verurtheilt.
Das Todesurtheil ward auf der Stelle rollzogen. Sie wurden ent-
hauptet am 27. Juli 852. Die Gläubigen nahmen heimlich die
Leichen vom Richtplatze weg, und beerdigten sie.
In dieser Verfolgung ließen sich manche Christen von zu gro-
ßem und unbesonnenem Eifer hinreißen. Sie stießen ohne Veran-
lassung im Angesichte der Araber Schmähungen gegen Mahumcd und
seine Lehre aus, und reizten dadurch die Ungläubigen zu desto grö-
ßerer Wuth. Viele suchten freiwillig und geflissentlich den Marter-
tod. Solcher Eifer wurde in der Kirche Jesu Christi nie gebilli-
get , wcßwegcn auch mehrere Bischöfe Spaniens sich gegen densel-
ben erklärten, und ihm durch weise Verfügungen Einhalt zu thun
suchten.
Im Jahre 852 starb Abderamus, und ihm folgte in der Re-
gierung des arabischen Reiches in Spanien sein Sohn Muhamed.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen