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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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272 Der heilige Ignatius, Patriarch zu Constantmopcl. Gottes, wenn er in der blutschänderischen Verbindung langer ver- harren würde. Rache schnaubend gegen den heiligen Mann «erließ Bardas die Kirche, eilte zu dem Kaiser, stellte ihm vor, das; es ihm zur Unehre gereiche, noch unter der Vormundschaft der Mutter zu stehen, da er doch schon mannbar sey, und rieth ihm, dem Patriar- chen aufzutragen, daß er der Mutter und den Schwestern den Schleier gebe, d. h. sie in's Kloster verweise. Durch diesen Rath bcabsich: tigte der schlaue Höfling den Sturz des Ignatius. Der junge Kai- ser, dem die Mahnungen und Verweise der Mutter, obgleich er sie seit Langem nicht mehr geachtet hatte, doch lästig waren, gab ihm Gehör. Er ließ den Patriarchen zu sich kommen, ertheilte ihm den Auftrag, seiner Mutter, der Kaiserin, und seinen Schwestern den Prinzessinnen, die Haare zu scheeren, und das Klostergewand zu ge- ben. Ignatius weigerte sich, diesen Auftrag zu erfüllen. Der ge- reizte Kaiser verwies Mutter und Schwestern in's Kloster, und bald darauf den Patriarchen Ignatius auf die Insel Tercbint in die Ver- bannung. — Dem Bardas lag daran, den Patriarchenstuhl mit einem Manne zu besetzen, der ihm ergeben war. Er mußte aber heftigen Wider- spruch besorgen von der Geistlichkeit, und von dem Volke, weil Ig- natius, obgleich vertrieben, seines Amtes nicht durch einen kirchlichen Ausspruch, somit nicht auf eine gültige Weise entsetzt war. Hätte Ignatius sich bewegen lassen, seiner Würde freiwillig zu entsagen, so wäre diese Schwierigkeit gehoben gewesen. Es waren noch nicht volle drei Tage nach der Abreise des Patriarchen aus Constantinopcl verflossen, als schon einige Bischöfe, die eingeschüchtert durch Furcht, oder verblendet, durch Hoffnungen , schwach genug waren, sich als Werkzeuge des Hofes gegen eincn unschuldig Verfolgten gebrauchen zu lassen, bei ihm erschienen, ihn zu vermögen, daß er dem Patriar- chate entsage. Ignatius erklärte ihnen, daß er das heilige Amt, in welches er nach kirchlicher Vorschrift eingesetzt sey, auch nur nach kirchlicher Vorschrift verlassen dürfe. Bardas ernannte nun zum Patriarchen den Photius, den Sohn der Irene, die eine Schwester seines Schwagers Arsabenus war. Photius hatte ausgezeichnete Gcistesgaben und große Gewandtheit in den weltlichen Wissenschaf- ten. Er war erster Kammcrherr und Sekretär des Kaisers, und ein Anhänger des Gregorius von Asbeste, Bischofs zu Syrakus in Si- cilien, der wegen seiner Lasterthaten in einem, unter dem Vorsitze des heiligen Ignatius gehaltenen Concilium, des bischöflichen Amtes entsetzt wurde, und sich, geleitet von stolzer Rachgierde, von der Ge- meinschaft des Patriarchen getrennt hatte. Anfänglich widersetzten sich alle Bischöfe der durch den Bardas geschehenen Ernennung des Photius zum Patriarchen. Sie beharre:
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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