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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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274 Der heilige Ignatiuö, Patriarch zu Constantmopel. seinen Dienern, Niemand kommen durfte. Durch so grausame Be- handlung wollte man die Standhaftigkeit des heiligen Mannes err müden, und von ihm eine Schrift erzwingen, als habe er der Patriar: chenwürde freiwillig entsagt. Viele Bischöfe, die um dicse Zeit in Constantinopcl waren, wurden in eben so großen Unwillen, als tiefe Kränkung versetzt, durch die ungerechte und grausame Behandlung ihres hochverehrten Patriarchen. Sie versammelten sich vierzig Tage nacheinander in einer Kirche, und sprachen endlich das Urtheil der Entsetzung und den Kirchenbann gegen Photius aus. Dieser, unterstützt von Bar- das, hielt in der Apostclkirche ebenfalls eine Versammlung von Bi- schöfen, die ihm anhingen, und fällte das gleiche Urtheil über den heiligen Ignatius. Bischöfe, die ihm darüber Vorwürfe machte», entsetzte er auch ihres Amtes, und ließ sie in ein Gefängniß werfen, in welchem sie mehrere Tage bleiben mußten. Daselbst befand sich auch Ignatius, der endlich im August des Jahres 85>9 nach Mity- lcne verwiesen ward. Scinc Anhänger wurden aus Constantinopcl verjagt, und viele derselben durch Schläge mißhandelt. Dem Archi- var Blasius wurde sogar die Zunge herausgeschnitten, weil er frei- müthig von der Sache gesprochen hatte. Photius, dessen Benehmen bereits allgemein und laut mißbilliget wurde, schickte Abgeordnete nach Rom, welche den Papst Nikolaus bitten sollten, Gesandte nach Constantinopel zu schicken. Als Grund hicvon wurde angegeben, weil dadurch die Uebcrreste der Ketzerei der Bilderstürmer am sicher- sten vertilgt werden könnte». Allein dieses war nur Schein; die wahre Absicht des arglistigen Photius war, daß man, wenn päpst- liche Abgeordnete nach Constantinopcl kämen, allgemein glauben solle, er stehe in Gemeinschaft mit dem Papste, und dieser habe seine Er- hebung auf den Patriarchenstuhl und die Entsetzung des Ignatius gebilliget. Ueber diesen Gegenstand ließ Photius nur gleichsam ober- flächlich sagen: Ignatius, der auch jetzt noch allgemein, insbesondere von dem Kaiser und von ihm (dem Photius) hoch verehrt werde, habe wcgcn Alter und Kränklichkeit den Patriarchenstuhl verlassen, und sich in ein Kloster, in dem er früher war, zurückgezogen, worauf er, seines Widerstandes ungeachtet, zum Patriarchen erwählt worden sey. In gleicher Absicht, wie Photius, schickte auch der Kaiser Mi- chael Gesandte nach Rom. Zu Rom war von den Vorgängen in Constantinopel noch nichts bekannt geworden. Dessen ungeachtet ließ der weise Papst sich nicht täuschen. Die Sache kam ihm ver- dächtig vor. Er hielt deßhalb ein Conc'lium, in welchem beschlossen wurde, den Zacharias, Bischof von Porto und den Ragoald, Bi- schof von Anagni'nach Constantinopel zu schicken, damit sie dort den wahren Stand der Dinge erforschen, und nach Rom berichten soll:
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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