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Am 23. Oktober. 277
schehen solle. Ignatius erfuhr's, kehrte zurück, und wurde in scin
Kloster entlassen. Die Erdbeben, die schon vierzig Tage gedauert
hatten, hörten auf.
Um das Jahr 8«6 wurde Bardas, auf Geheiß des Kaisers
getödtct, und bald darauf nahm dieser den Basilius, einen Mazedo-
nier, zum Mitregenten an, wurde aber desselben, weil er ein recht:
schaffencr und kluger Mann war, überdrüssig, und faßte den An-
schlag, auf einer Jagd ihn todten zu lassen. Der Streich mißlang.
Basilius wollte einen zweiten nicht abwarten, sondern ließ den Kai-
ser Michael, a!s er berauscht in seinem Palaste lag, ermorden.
Tags darauf wurde Basilius zum griechischen Kaiser ausgerufen.
An eben diesem Tage stieß er den Photius vom Patriarchcnstuhle,
verwies ihn in ein Kloster, und berief den Ignatius nach Constan-
tinopel zurück. An einem Sonntage den 25. November 867 wurde
der ehrwürdige Kämpfer Jesu Christi, nach neunjähriger Verweisung,
unter dem lautesten Jubel des Volkes in die Patriarchalkirche feier-
lich eingeführt. —
Ignatius war bereits achtzig Jahre alt, als er nach einer kur-
zen Krankheit zur ewigen Ruhe ging, am 23. Oktober des Jahres
878. Seine Leiche wurde mit großer Feierlichkeit in die von ihm
erbaute Michaclskirche beigesetzt. —
„Der Anfang des Stolzes ist, daß der Mensch von Gott ab-
weicht, und sein Herz von seinem Schöpfer sich trennt!" Sir.
10, 12.
Die heiligen Cyrillus und Methodius,
Glaubensboten bei den Slaven.
(Am 9. März,)
In eben der Zeit, als Kaiser Michael I I I . die Kirche des Soh-
nes Gottes im Morgenlande tief kränkte, fand sich ein anderer Mi-
chael, der König der Bulgaren, welcher dieselbe erweiterte, und ih-
ren Glanz vermehrte. Bulgarien ist gegenwärtig eine Provinz der
europäischen Türkei, welche gegen Abend an Scrvien, gegen Morgen
an das schwarze Meer, gegen Mittag an den Berg Hämus, und
gegen Mitternacht an die Donau gränzt. Sie gehört unter das
Gouvernement von Rumelien, und ihre Hauptstadt heißt Sophia.
Ihr Name kommt her von den alten Bulgaren, einem barbarischen
Volke, welches Anfangs an der Wolga wohnte, nachher aber nach
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen