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278 Die heiligen Cyrillus und Methodius, Glaubcnsboten :c.
Europa kam. Durch ihre Vermischung mit Slaven haben sie auch
die slavische Sprache angenommen. Ihr König Bogaris hatte von
einem Mönche Theodor einige Kenntnisse erhalten von der christlichen
Religion, welche ihm auch von seiner Schwester, die in derselben,
aus Anlaß einer Gefangenschaft in Constantinopel, vollständig unter:
richtet worden war, sehr angerühmt wurde. Bei einer großen Hun-
gersnoth stehle er zum Gott der Christen um Hilfe. Sein Gebeth
blieb nicht ohne gewünschten Erfolg. Dadurch sowohl, als durch
den Anblick eines Bildes, welches ein Mönch Methodius für ihn
verfertiget hatte, und das jüngste Gericht vorstellte, wurde unter dem
scgensvollcn Einfluß der göttlichen Gnade, in seinem Gemüthe der
Entschluß, ein Christ zu werden, reif. Er ließ den Kaiser in Con-
stantinopcl um einen Bischof bitten, der ihn taufte, und ihm den
Namen des Kaisers „Michael" beilegte. Obgleich dieses heimlich ge-
schehen war, so erhielten doch die Großen seines Reiches Kunde da-
von, und entbrannten gegen ihn in wilder Wuth, weil der christliche
Name ihnen sehr verhaßt war. Sie griffen zu den Waffen, und
belagerten ihn in seiner Burg. Auf Gott vertrauend, machte er
mit seiner kleinen Mannschaft, die nur 48 Köpfe betrug, einen Aus-
fall , griff die ohne Vergleich größere Zahl der Rebellen an, und
besiegte sie. Die Rädelsführer, 42 an der Zahl, bestrafte er mit
dem Tode. Nun bekannte er das Christenthum öffentlich, und sein
Beispiel und sein Zureden hatten den Erfolg, daß viele sei-
ner Unterthanen dasselbe auch annahmen. Dieß geschah um das
Jahr 865.
Der König Michael ordnete eine Gesandtschaft, bei der sein ei-
gener Sohn sich befand, nach Rom ab mit reichen Geschenken und
mit der Bitte, daß der Papst Bischöfe und Priester zur Befestigung
und wcitern Verbreitung des Christenthums nach Bulgarien senden
wolle. Der Papst Nikolaus bezeigte große Freude über diesen neucn
Zuwachs des Reiches Gottes, und schickte die Bischöfe Paulus und For-
mosus, nebst Büchern für die Neubckehrten, und einem Antwort-
schreiben auf viele an ihn gestellte Fragen nach Bulgarien ab. An
der Beförderung des Christenthums in Bulgarien, so wie über-
haupt bei allen slavischen Völkern nahmen den rühmlichsten Antheil
die Heiligen Cyrillus und Methodius. Sie waren Brüder aus
Thessalonich.
Cyrillus hieß anfänglich Constantin, kam in seinen Iünglings-
jahren nach Constantinopcl, wo er sich mit eben so großer Vorliebe
als glänzendem Erfolge der Weltweisheit widmete, und deßhalb der
Weltwcise genannt wurde. Er empfing zu Constantinopel die Prie-
sterweihe. Um das Jahr 848 schickten die Chacarn, ein Volk öst-
lich von Cherson wohnend, Gesandte an den Kaiser Michael mit der
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen