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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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300 Der heilige Konradus, Bischof zu Konstanz. (Am 26. November.) Das Bisthum Konstanz ist eines der ältesten, und gehörte bis auf unsere Zeiten unter die berühmtesten in Deutschland. Der bi- schöfliche Sitz war anfanglich zu Windisch ^Vi!,«!«,»!^:!), einer be- rühmten Stadt im schweizerischen Bcrncrgcbicthe, sechszehn Meilen von Konstanz, am Bodensec. Er wurde nach Konstanz übersetzt, als im Jahre 570 die Longobarden aus Italien einfielen, Alles ver- heerten, die Stadt Windisch schleiften, und bis auf den Grund zer- störten. Maximus, oder Maximinus war der erste Bischof, der sei- nen Sitz in Konstanz hatte. In der zahlreichen Reihe der Bischöfe von Konstanz stehen mehrere, welche durch Weisheit, durch Tugend, und durch apostoli- schen Eifer als helle Lichter der Kirche glänzten, und deßhalb auch jetzt noch in gesegnetem Andenken sind. Diesen wird vorzugsweise der heilige Konradus beigezählt, dessen freilich nur sehr kurze Lebens- geschichte wir dem konstanzischen Bischöfe Ulrich, einem Grafen von Dillingen und Kiburg, der im Anfange des zwölften Jahrhunderts blühte, verdanken. Der heilige Konrad war aus dem Hause der Grafen von Alt- dorf gebürtig, ein Sohn Heinrichs von Altdorf. Seine Mutter stammte aus dem gräflichen Hause von Hohenwart, aus Bayern, ab. Beide gräflichen Eltern wurden in dem uralten, nun aber auf- gelösten Kloster Weingarten begraben. Won Kindheit an zeigte Kon- rad , daß er auf der Bahn der Gvttscligkcit ausgezeichnete Fort- schritte machen werde. Frühe schon bewies er eine seltene Verach- tung des Irdischen, und ein reges Streben nach den Gütern, von denen der Sohn Gottes sagt, daß sie von den Dieben nicht geraubt, von dem Roste nicht zerstört, und von den Motten nicht verderbt werden können. Er wurde von seinen Eltern nach Konstanz ge- geschickt in die berühmte Schule, welche da unter der Anleitung und Aufsicht des Bischofs blühte. Sein Fortgang in den Wissenschaften und in der Gottesfurcht war gleich groß, und daher allgemein die Liebe und Achtung, die er sich erwarb. Sein Ernst, verbunden mit jener Heiterkeit, die nur den Kindern Gottes eigen ist, offenbarte den tiefen Eindruck', den das Andenken an Gott und Ewigkeit in. seiner Seele machte. Edle, christliche Einfalt gab allen seinen Hand- lungen einen großen Glanz, und seine Demuth und seine Gottes- furcht verschafften seinem ganzen Wesen jenes erhabene Ansehen, wel- ches nur der Tugend zukommt, und auf menschlichen Wegen verge- bens gesucht wird. Wer immer mit ihm in Verbindung kam, wurde
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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