Seite - (000307) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000307) -
Text der Seite - (000307) -
Am 19. Dezember. 305
kommen gesund, nachdem er noch das hochheilige Opfer entrichtet
hatte, von Mersedm'g ab. Am Morgen des folgenden Tages fühlte
er große Schmerzen im Kopfe, setzte indessen doch die Reise fort.
Die Schmerzen »ahmen so sehr zu, daß er sich auf dem Pferde nicht
mehr halten konnte. Seine Begleiter bemerkten es, eilten ihm zu
Hilfe, und verhüthctcn den Sturz. Sie breiteten einen Teppich auf
die Erde aus, und legten ihn darauf. Da gab er unter Gebeth
seinen Geist in die Hände des Schöpfers auf. Die Trauer um den
hochverehrten Erzbischof war sehr groß und allgemein. Seine Leiche
wurde nach Magdeburg gebracht, und in der Domkirche von Hilde-
ward, dem Bischöfe von Halberstadt, mit gebührender Feierlichkeit
beerdigt.
Die heilige Adelhaid, Kaiserin.
(Am 19. Dezember.)
Adelhaid ist in der Geschichte des zehnten Jahrhunderts ein be-
rühmter Name. Ihren Ruhm hat aber diese Fürstin nicht so fast
durch die hohe Würde einer Königin und Kaiserin, als vielmehr
durch ihre große Gottseligkeit erworben. Sie wird als eine Heilige
verehrt, obschon ihr Name im römischen Heiligenuerzcichnisse nicht
vorkommt. Sie war eine Tochter Rudolph I I . , Königs von Bur-
gund, geboren im Jahre 931, und verlor ihren Vater, als sie erst
sechs Jahre alt war. Im sechzehnten Jahre ihres Alters wurde sie
von ihrem Bruder Konrad, dem Könige von Burgund, und von
ihrer Mutter Bertha verheirathet an Lothar, den König von Italien,
der seine Residenz in Padua hatte. Nach drei Jahren schon, im
Jahre 950, wurde ihr Lothar durch einen schnellen Tod entrissen.
Er hinterließ eine Tochter, Emma mit Namen, die nachmals mit
Lothar, dem Könige von Frankreich, sich verehelichte.
Adelhaid war also mit neunzehn Jahren schon eine Wittwe,
und in diesem Stande vielen Gefahren und Verfolgungen ausgesetzt.
Berengar, Graf von Ivrea, ein ehrsüchtiger und grausamer Mann,
bemächtigte sich des Königreichs Italien, und nahm den königlichen
Titel an. Von ihm und von seiner Gemahlin, welche von den Ge-
schichtschreibern jener Zeit „ein Gefäß aller Laster" genannt wird,
hatte Adelhaid sehr viel zu leiden. Sie wurde von ihnen grausam
mißhandelt. Damil Berengar sich und seine Nachkommen im Besitze
des Reiches befestige, wollte er sie bereden, seinen Sohn Adelbert
zu ehelichen. Gie aber weigerte sich deffen standhaft, und entstammte
Z»nl« Van». 10
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen