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316 Der heil. Wolfgang, Bischof in Regensburg.
er aufmerksam auf Wolfgangs seltene Vorzüge, bewies ihm ausge-
zeichnete Liebe, und ertheilte ihm, obgleich der demüthige Mann sich
widersetzte, die Priesterweihe. Wolfgang hegte große Verehrung ge:
gen den heiligen Othmar. Als er einmal in brünstiger Andacht der
Fürbitte desselben sich empfahl, kam ihm vor, als sähe er vor sich
den Heiligen, der zu ihm sprach: „Du wirst aus dieser Gegend arm
hinweggehen, in eine andere aus Liebe zu Gott dich begeben, und
in derselben ein einträgliches Bisthum erhalten. Wenn du das hei-
lige Amt würdig verwaltest, so wirst du nach zwei und zwanzig
Jahren an einem Orte sterben, an dem mein Gedächtniß gefeiert
wird, und zum ewigen Leben gelange«." Diese Erscheinung bekräf-
tigte in ihm den früher gemachten Entschluß, den Ungläubigen daß
Evangelium zu verkündigen. Mit Bewilligung des Abtes verließ er
Einsiedlen, in der Absicht nach Ungarn zu reisen, wo noch Abgöt-
terei herrschte, um die Einwohner dieses Landes für das Christen:
thum zu gewinnen. Seine apostolischen Arbeiten fruchteten aber bei
den Ungarn sehr wenig, weil der Saame des göttlichen Wortes
größtentheils auf Felsen und in die Dörner siel. Pclegrin, der Bi-
schof in Pafsau, berief ihn deßhalb zurück, behielt ihn einige Zeit
bei sich, und empfahl ihn darauf dem Kaiser Otto I I . für das e>-
lidigte Bisthum Regensb»rg. Der Kaiser gab dieser Empfehlung
gerne Gehör, und brachte den frommen Wolfgang in Vorschlag bei
der Geistlichkeit und bei dem Volke zu Regensburg, die ihn einstim-
mig zu ihrem Bischöfe wählten. —
Abgeordnete des Kaisers kamen nach Paßau, machten dem Wolf»
gang die Wahl kund, und führten ihn zuerst nach Regcnsburg, wo
er unter großem Jubel empfangen wurde, und bald darauf nach
Frankfurt, wo der Kaiser über Weihnachten sich aufhielt. Der de-
müthige Mann warf sich zu den Füßen des Kaisers, und stellte un-
ter Thränen vor, daß er des heiligen Amtes unwürdig sey. Diese
Vorstellung blieb fruchtlos. Kaiserliche Abgeordnete geleiteten ihn
zurück nach Regensburg, wo er von Friedrich, dem Erzbischofe von
Salzburg, die bischöfliche Weihe empfing, und den hocherfreuten
Gläubigen feierlich als Bischof vorgestellt wurde.
Während Wolfgangs bischösiicher Amtsvcrwaltung ordnete Hein-
rich, der Herzog von Böhmen, eine Gesandtschaft an den Kaiser
Otto ab, mit der Bitte um einen eigenen Bischof, indem der bi-
schöfliche Sprengel von Regensburg, der damals sich auch über Vöh-
men ausdehnte, zu groß sey, als daß selbst der eifrigste Bischof
denselben gehörig besorgen könnte. Der Kaiser fand diese Bitte eben
so wichtig als gerecht, und wandte sich deßhalb an Wolfgang. Die-
ser trug die Sache dem Domkapitel vor, welches aber verschiedene
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen