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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 27. August. 319 In Konstanz übernahm der fromme Bischof Konrad die Leitung des hoffnungsvollen Knaben, dem er freien Zutritt in seine bischöf- liche Wohnung gestattete. Gedhard ging in allen Studienjahren auf dem guten Wege fort, auf dem er durch die sorgfältige Erziehung, die tr im väterlichen Hause genossen hatte, geführt worden war. Dem Knaben und dem Jünglinge kann kein schönerer Lobspruch ge: geben werden, als der: -,Er ist fromm und fleißig." Gebhard ver- diente denselben um so mehr, da er sich durch seine Frömmigkeit und seinen Fleiß vor vielen Andern, die ebenfalls hoffnungsvolle Knaben und Jünglinge wartn, auszeichnete. Er wurde deßhalb geliebt von seinen Lehrern, und hochgeschätzt von allen Menschen. Seinen bessern Mitschülern war er zum aufmunternden, den bösen und faulen zum beschämenden Vorbilde. Der Bischof Konrad ergötzte sich in heili- ger Freude über die guten Eigenschaften, über das edle, unverdor- bene Herz, über die kindliche Gottesfurcht, über den Fleiß und die Rcchtschaffenheit des hoffnungsvollen Jünglings, schenkte ihm die zärtlichste Liebe, hatte ihn sehr oft bei sich, und unterhielt sich mit ihm, wie ein Vater mit seinem Sohne. Wahre Tugend und herzlicher Frohsinn sind die vertrautesten Schwestern. Bei seinem rastlosen Fleiße, und bei der ausgezeichnet ten Gottesfurcht war daher Gebhard ein munterer Knabe, und ein recht srohmüthigcr Jüngling. Freundliche Heiterkeit leuchtete bestän- dig aus seinem Gesichte, und zeugte von dem Frohsinne seines Her- zens. Weil die Fröhlichkeit des Guten sich vor Niemand zu scheuen hat, so ließ er seiner Munterkeit selbst unter den Augen, und in dem Hause des Bischofs freien Lauf. Eines Tages war er im bi- schöflichen Palaste und crgözte sich da mit einigen Andern im jugend- lichen Scherze. Er glaubte nicht, daß der Bischof so eben kommen werde, setzte sich auf den bischöflichen Stuhl, und spielte in unschul- diger Freude den Bischof. Unuermuthet trat Lonrad herein. Geb- hard ward in etwas betroffen, weil er besorgte, daß die,er Scherz etwa doch dem Bischöfe mißfallen möchte. Er erröthete, stieg vom Stuhle herunter, und bat um Vergebung. Der Bischof sagte lä- chelnd, gleichsam in prophetischem Geiste: »Gebhard! dieser Sitz ist noch nicht leer. Ich lebe noch. Du wirst ihn zwar einst einneh- men, aber nicht unmittelbar nach mir." Gebhard hatte nun eine Verstandesbildung erhalten, so gut sie in jcncn Zeiten nur immer erlangt werden konnte, und eine Herzens- bildung, wclche in unseren Zeiten immer seltener sichtbar wird. Er war jetzt auch in seinem Alter soweit vorgerückt, daß er einen festen Entschluß für seine künftige Lebensbestimmung sassen mußte. Nach reifer Prüfung wählte er den geistlichen Stand, bereitete sich zu demselben mit großem Eifer vor, und empfing die heiligen Weihen
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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