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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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332 Der heilige Heinrich, Kaiser. wahrzunehmen war. Heinrich und Cunegundis entflammten sich ge- genseitig zu Werken der Gottseligkeit und der Liebe. Alle Geschichtschreiber stimmen übcrein in dem Lobe, welches sie der Gottesfurcht, dem Religionscifcr und d?r Tugendliebe des heili- gen Heinrich ertheilen. Seine Ehrerbietung gegen Gott war unbe- gränzt, und seine Andacht immer voll Inbrunst. Im vertraulichen Umgänge mit Gott fand er ein so seliges Vergnügen, daß er nicht nur viele Stunden des Tages, sondern manchmal auch ganze Nachte demselben widmete. Diese Vertiefung in das Himmlische theilte ihm eine möglichst klare Erkenntniß, und die höchst? Verehrung Gottes mit, wodurch er zum innigsten Vertrauen aufstieg, und auch in den schwersten Angelegenheiten ganz beherzt und frohen Muthes blieb. Wohl erkannte er, das; Gott in allen Zufallen, die seine Ehre be^ treffen, jenen, welche er als Werkzeuge seiner Anordnungen brauchen will, Macht und Verstand in hinlänglicher Fülle mittheile. Dabei war er jedoch weit entfernt von jener Vermessenheit, welche Gott allein alles zu thun überläßt. Er wußte, daß der Mensch verpflicht tet sey, die ihm verliehene Kraft thätig anzuwenden; dann aber auch des göttlichen Beistandes mit Zuversicht sich vertrösten dürfe. Mit demüthig eifrigem Gebethe erflehte er diesen für sich und seine Mitarbeiter, besonders für sein Heer, wenn er zu Felde ziehen mußte, und immer reinigte er auch bei diesem Gebethe sein Gewissen durch den Empfang der heiligen Sakramente. Auch der Wahl seiner Freunde lag die Frömmigkeit zu Grunde. Große Verehrung schenkte er dem heiligen Odilo, Abt zu Clugny, dem heiligen Popo, Abt zu Stablo, dem heiligen Burkard, Bischof zu Worms, und dem heiligen Meinwerkus, Bischof zu Paderborn. In allen wichtigen Angelegenheiten bat er sie um Vereinigung ihres Gebethes mit dem seinigen, um Gottes Beistand und Segen zu erhalten. Unter Hein- richs Tugenden glänzten vorzugsweise die Demuth, die Sanftmuth und die Wohlthätigkeit gegen Arme und Nothlcidcnde hervor, web chen er unbeschränktes Mitleid bewies. Förderung der Ehre Gottes war seine größte Angelegenheit. Aus dieser Quelle floß seine große Freigebigkeit gegen Stifte und Klöster. Er sah sie als Mitgchilfen seiner frommen Bemühungen an. Dem Bischöfe von Briren schenkte er Güter in, und bei Re- genöburg, dem von Freising, in Bayern und Lrain, dem Erzbischofc zu Salzburg im Lungau. Reichlich begabte er die Bischöfe und die Domkapitel zu Basel. Merscburg, Meissen, Hildesheim, Straß''»rg, Paderborn und Magdeburg. Er nahm das Stift Niedermünster in seinen Schutz. Er beschenkte das neue Kloster St. Afra in Augs- burg mit fünf Dörfern; errichtete mit Zuthun seiner Gemahlin das Chorherrnstift bei der alten Kapelle in Regensburg; gründete das
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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