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338 Der heilige Romualdus, Abt.
hungen Raum , die er durch häufige Tlnäne» , reichliche Almosen,
und große Werke für die Ehre Gottes sühnte. Diese Gesinnung
bewahrte er dis an das Ende seines Lebens.
Eine» noch tiefern Eindruck wirkten die Vorstellungen Ro-
mualds auf T!>am, dcn Lieblmg des Kaisers, der seine Har.de mit
dem Blute des Senators Ercscentius besteckt hatte. Wie ein Blitz:
strahl trafen ihn die Worte des Heiligen, zitternd eilte er zur Buße,
und empfing das Ordenokleid aus den Händen des Heiligen. Sei-
nem Beispiele folgten viele andere junge Ritter, die den Glanz des
Hofes gegen die Verborgenheit in der Einsamkeit vertauschten, und
unter der Leitung Romualds Werke strenger Buße und heiliger Liebe
wirkten. Ueberaus groß war der Eifer dieser Einsiedler, unter web
chen Bonifazius sich vorzugsweise auszeichnete.
Nach diesen segensreichen Wirkungen zog Romuald sich in eine
kleine Halbinsel bei Istricn zurück, wo er eine Klostergemcindc stif-
tete. Er brachte daselbst ein Jahr zu, Ordnung und klösterliche
Zucht zu begründen, und entfernte sich dann in eine nahe Einsied:
lerhütte, wo er zwei Jahre verlebte, und nach mancherlei innerlichen
Trübsalen die höcksten Erleuchtungen und himmlische Gnaden erhielt.
Dort wurde oie Gabe der Wissenschaft und der Weissagung in so
hohem Grade ihm verliehen, daß die Zukunft und die undurchdring-
lichsten Geheimnisse des heiligen Glaubens gleichsam entschleiert vor
ihm waren. Auch erhielt er die Gabe der Thränen in so reichlichem
Maaße, daß er kaum es wagte, das heilge Meßopfer öffentlich zu
feiern. Oft brach er während seiner beschaulichen Betrachtung in
Worte aus, die über alle menschliche Sprache erhaben waren, und
vermochte den Ausdruck l,mnn!,scher Entzückungen nicht zurückzu-
drängen.
Indessen baten seine übrigen Klöster, und insbesondere der Bi-
schof von Pola, ihn dringend, sie zu besuchen, und durch sein Bei-
spiel und seine Lehre zu erbauen. Höchst willkommen war ihm diese
Gelegenheit, sich aus diesem Orte des Bisthums Parenzo zu ent-
fernen , weil der Ehre zu viel ihm erwiesen wurde. Kaum aber
hatte das erste Gerücht sich verbreitet, daß Romuald sich entfernen
wolle, als der Bischof kund thun ließ, daß er Jeden, der dem Hei-
ligen eine Barke zum Ueberschiffen verschaffte, aus Parenzo verwei-
sen würde. Inzwischen langten zwei fremde Barken an, die um
die Ehre wetteiferten, den Diener Gottes aufzunehmen. Sie führ-
ten ihn nach Caorte. Auf der Fahrt besänftigte er einen furchtbaren
Sccsturm. Gleich nach seiner Ankunft verfügte er sich in sein Klo-
ster zu Vifolko; da er aber fand, daß das Kloster zu prächtig für
seine Mönche geworden sey, und nichts abzuändern vermochte, suchte
er bei den Grafen von Camarino um eine Einöde an, die ihm mit
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen