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Am 2. September lind am 5. November. 345
Volke, zogen mit gcwaffncter Hand gegen den König, ermordeten
mehrere von den getreuen Dienern desselben, eroberten Städte und
Dörfer, und belagerten endlich Vesprin ^Weißbrunn). Stephan war
in hartem Gedränge, verlor aber den Muth nicht, denn er vertraute
fest auf den Herrn, zu dem er um Hilfe flehte. Von Kindheit an
hegte er eine vorzügliche Verehrung gegen den heiligen Martinus,
Bischof von Tours. Diesen sprach er vertrauensvoll an um seine
Fürbitte für das Land, in welchem er, Martinus, das Licht der
Welt erblickt hatte, und gelobte, das nicht fern von Raab gelegene
Kloster zu St. Martin reichlich zu begaben, wenn ihm der Sieg
über die Empörer zu Theil werde. Er berief seine Getreuen zu den
Waffen, zog den Rebellen entgegen, und besiegte sie in einer bluti-
gen Schlacht, in welcher Cupa getöotct wurde.
Gott preisend für den erkämpften Sieg säumte der fromme Kö-
nig nicht, das gemachte Gelübde zu erfüllen. Er beschenkte mit Ze-
hcnden und mit andern Einkünften sehr reichlich das vorerwähnte
Kloster zu St. Martin, dessen Bau von Gcisa schon angefangen
und von ihm vollendet wuroe. Anastasius, ein gottesfürchtiger
Mönch aus dem Orden des heiligen Bcncdikt, kam mit einigen sei-
ner Brüder aus Böhmen nach Ungarn, und ward der erste Abt
dieses Klosters, von welchem ein großer Segen über das ganze Land
ausströmte, durch die Pflege der Gottseligkeit und der Verkündigung
der christlichen Lehre. Nachdem die Ruhe hergestellt war, setzte
Stephanus mit erhöhtem Muthe wieder die Bemühung für die Be-
kehrung seines ganzen Volkes und für die feste und dauerhafte Be-
gründung der heiligen Religion fort. Hiezu den Segen des Him-
mels zu erlangen, übte er viele Werke der Wohlthätigkeit, theilte
mit freigebiger Hand Almosen aus, und flehte zu Gott anhaltend
und mit großer Inbrunst.
Im vierten Jahre schon, nachdem der heilige Stephanus die
Regierung Ungarns angetreten hatte, war das Christenthum im
ganzen Lande verbreitet, und von der heidnischen Abgötterei nur we-
nig mehr übl ^. Bis daher bestanden noch keine Bisthümcr. Auch
diese wurden jetzt von dem guten Könige gegründet. Es werden
zehn bischöfliche Sitze genannt, welche von ihm, während seiner Re-
gierung, errichtet worden sind, von denen der erzbischöfliche zu Gran
einer der ersten war. Sebastian, ein Mönch aus dem Kloster zu
St. Martin, wurde zum ersten Bischöfe bestimmt, auch alle andern
Sitze wurden besetzt mit Männern, deren Weisheit und Tugend er-
probt war.
Im Jahre 100« ordnete der König den Anastasius, dessen
oben schon erwähnt wurde, als Gesandten nach Rom ab, dem all-
gemeinen Vater der Gläubigen zu berichten die erfreulichen Fort-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen