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Am 15. Februar. 349
gute Christ sieht oft und inbrünstig zu Gott, daß er den Für-
sten die Gnade verleihe, auf Erden so zu regieren, daß sie des ewi-
gen Reiches im Himmel theilhaftig werden.
Der heilige Siegfried,
Bischof und Glaubensprediger.
(Am 15. Februar.)
Das himmlische Licht des Evangeliums verbreitete in diesem
Jahrhunderte, wie in Ungarn, so auch in den nordischen Reichen
Norwegen, Schweden und Dänemark, seine segensuollen Strahlen,
leuchtete in die tiefen Finsternisse der Abgötterei, und sänftigte die
rohen Gemüther. Im Jahre 1015 gelangte Olaus, oder Alav,
zur Regierung von Norwegen. Er war ein eifriger Christ, und
gab sich daher große Mühe, auch bei seinen Unterthanen der heili-
gen Lehre Eingang zu verschaffen, insbesondere sie von den argen
und trügerischen Umtrieben der Wahrsagerei und Zauberei, denen sie
sehr ergeben waren, abzuziehen. Fromme Bischöfe und Priester, die
er aus England berufen hatte, unterstützten ihn durch Unterricht und
weisen Rath. Unter ihnen zeichneten sich vor andern Grimquil,
Rodulf, Bernard und Siegfried aus.
Der heilige Siegfried, aus England gebürtig, hatte wahrschein-
lich in seinem Vaterlande schon die bischöfliche Würde bekleidet. In
einer Versammlung von Bischöfen und Priestern, in der es sich um
die Absendung von Missionaricn nach Norwegen handelte, war er
der erste, der zu diesem beschwerlichen gefahrvollen Geschäfte sich
darbot, ganz erglüht von der heiligen Begierde, die Ungläubigen
mit dem Lichte des Evangeliums zu beglücken. Er kam also um
das Jahr 1018 nach Norwegen, und arbeitete da, und in den an:
gränzenden Provinzen unter namenlosen Drangsalen an dem Heile
unsterblicher Seelen. Nach einigen Jahren wurde er von dem got-
tesfürchtigen Könige Olaus zur Verkündigung des Evangeliums nach
Schweden geschickt. Der König dieses Landes hieß auch Olaus,
und war ein Schwiegersohn des Königs von Norwegen. In Schwe-
den verweilte Siegfried in jenem Theile von Gothland, welcher
Smaland genannt wird, an dem Orte, wo die kleine Stadt Wersio
steht. Da ließ er für sich und seine Gefährten Gezelte aufrichten,
fing an zu predigen, und entrichtete das hochheilige Opfer. Die
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen