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350 Der heilige Siegfried, Bischof und Glaubensprediger.
Ankunft der Fremdlinge wurde dem Statthalter der Provinz sehr
bald bekannt, er beobachtete sie, und eilte dann nach Scara, dem
Könige von Wcstgothland, davon Anzeige zu machen. Vom Könige
befragt über das Betragen der Fremdlinge, aniwortete er: Sie seyen
friedliche Menschen, von denen sich nicktü Nachtheiliges besorgen
lasse; ein Greis von elmvürdis,»'», Angesichte, und würdevollem An:
sehen, angethan mit einem weisen Gewände, das bis auf die Füße
hinabreichc (Siegfried), sey der Vornehmste, dem die andern grosie
Ehrerbietung bezeugen. „Ich habe/' sprach der Statthalter weiter,
„einen mit weißen Tüchern bedeckten Tisch gesehen, auf diesem war
ein kleines Stückchen Brod, welches sehr weiß war, und ein Becher,
in welchen ein wenig von einer Flüssigkeit gegossen wurde. Der
Greis, von dem Kopfe bis zu den Füßen seltsam bekleidet, stand
am Tische, sprach etwas daher, bald stille, bald laut, endlich nahm
er das Brod, hob es in die Höhe, und mir schien es, als erblickte
ich ein wunderschönes Knäblein, welches denselben anlächelte/- Diese
Erzählung überzeugte den König, daß die Fremdlinge Anhänger
seyen der christlichen Religion, die ihm nicht unbekannt war. Er
berief sie durch Abgeordnete zu sich, ging ihnen, als sie gegen Scara
kamen, entgegen, nahm sie sehr gütig auf, und bewies ihnen große
Liebe. Das Wort des Heils, das Siegfried ihm offenbarte, fand
Eingang in seinem Herzen, er glaubte, und ließ von dem heiligen
Bischöfe sich taufen m einem Flusse, der deßhalb den Namen Sieg-
fricdsfluß, und in der Folge den Ruf einer wunderbaren Heilquelle
erhielt. Nicht weit von demselben war die cönigliche Burg Husaby,
welche zum Theile in eine schöne christliche Kirche umgewandelt, zum
Theile den christlichen Glaubensboten zu einem sichern Aufenthalts-
orte überlassen wurde. Dem Beispiele des Königs folgten die Kö-
nigin und die zwei königlichen Prinzen Edmund und Arnund, die
das Christenthum annahmen, und sich taufen ließen. Durch die
rastlose Bemühung des heiligen Siegfrieds und seiner Gehilfen er-
folgte nach und nach die Bekehrung von ganz Wcstgothland; und
von da aus verbreitete sich das Licht des wahren Glaubens auch
in Schwedens übrige Provinzen, sowie in die benachbarten Inseln.
Seinen bischöflichen Sitz errichtete der heNige Siegfried zu Wexsio,
seinem ersten Aufenthaltsorte, nachdem er in Schweden angekom-
men war. Eine göttliche Eingebung soll ihm diesen Ort dazu be-
zeichnet haben.
Nicht lange hernach, um das Jahr 1N45, wurde er durch ei-
nen sanften Tod von Gott berufen, in Empfang zu nehmen die
Krone des ewigen Lebens. Seine Leiche wurde begraben in der
Kirche zu Wexsio, und sein Grab durch viele Wunder verherrlichet.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen