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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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352 Der heilige Gerardus, Bischof und Märtyrer. Unerschrockenhcit eines Apostels verkündigte er die heilige Lehre ord- net^ er den Gottesdienst, verwaltete er die heiligen Geheimnisse, zerstörte er die Abgötterei, widersetzte er sich dem Laster. Als ein glänzendes Licht hoher Vollkommenheit leuchtete er auf dem Leuch- ter, auf den er gefetzt war, erglüht von der sorgfältigsten Liebe für seine christliche Heerde, die ihn mit unbegränztem Vertrauen lohnte, und als ihren Vater verehrte. Er sorgte dafür, daß an allen Or- ten , wo die Anzahl der Rechtgläubigen es nöthig machte, Kirchen erbaut, und mit der nöthigen Einrichtung versehen wurden. Unter denselben zeichnete sich vorzugsweise aus die schöne Kirche, die er zu Chanad, unter dem Namen des heiligen Georgs, des Märtyrers, herstellen ließ, und die von dem frommen Könige Stephan sehr reichlich begabt wurde. In dieser Kirche errichtete er zu Ehren der göttlichen Mutter einen prächtigen Altar. Vor denselben stellte er ein silbernes Rauchgcfaß, in welchem zwei betagte fromme Männer das Rauchwcrt beständig unterhielte!!. Alle Samstage verrichtete er allda die Tagzeitcn von der heiligen Gottesmutter, sowie er auch an diesem Tage reichlichere Gaben der Wohlthätigkeit spendete. An den andern Wochentagen ging er täglich zweimal nach der Metten und nach der Vesper in Prozession dahin. So groß war seine Ver- ehrung zu dcr jungfräulichen Mutter des Erlösers der Menschen. Für anständige Kirchenzicrde, so wie für Ordnung und An- stand bei dem öffentlichen Gottesdienste war der heilige Gerardus sehr eingenommen. Seine Lebensweise war sehr einfach, — ge- mein sein Tisch, und nur von geringem Wollenzeuge sein Gewand, unter welchem er vielfältig ein Bußkleid trug. Arme, Unglückliche und Bedrängte beherbergte er liebevoll in seiner eigenen Wohnung. — Einmal hatte der fromme Bischof von zu heftigem Unwillen gegen einen seiner Diener sich hinreißen lassen, und eine empfindliche Strafe gegen denselben ausgesprochen. Sehr bald aber erkannte er seine Ucbcrcilung, bereute sie, und scheute sich nicht, den, obgleich nicht ganz schuldlosen Diener um Vergebung zu bitten, und durch vorzügliche Beweise wohlthätiger Liebe seinen Fehler wieder gut zu machen. „Sel ig sind die Sanf tmüth igen!" Nach dem am 15. August 1038 erfolgten Hintritte des heili- gen Königs Stephanus, wurde Petrus, dessen Schwester Sohn, auf den ungarischen Thron erhoben. Der Vater des Petrus war ein Deutscher, weßwegen der neue König viele Deutsche an seinen Hof berief, und ihnen die wichtigsten Aemter anvertraute. Die Ungarn, dadurch sehr aufgebracht, empörten sich gegen ihn, und riefen den Ova (auch Aba genannt) zu ihrem Könige aus. Petrus mußte durch die Flucht sein Leben retten. Er kam nach Deutschland, und sichte den König Heinrich um Schutz an, den dieser ihm gewährte. Der
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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