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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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354 Der heilige Gerardus, Bischof und Märtyrer. nate nach der Rückkehr des rechtmäßigen Königs Petrus nach Un: gärn wurde auf das Neue von einigen Großen, deren Anführer ein gewisser Vatha war, eine Verschwörung angezettelt, in der Absicht, dcn König auf die S>'ite zu räumen, die christliche Religion aus dem Lande zu vertilgen, und das Hcidenthum wieder einzuführen. Ein gewisser Andreas wurde aus Rußland, der in der Verbannung lebte, zurückberufen, und von ilnn zum Könige ernannt. Dieser war zwar ein Christ, unterstützte aber doch, geblendet von dem Glänze einer Königskrone, eingeschüchtert von Furcht, und gespornt von seinem Bruder, der ein Heide war, das Beginnen der Gottlo- sen. Die erste und größte Wuth der Rebellen war gegen dcn Kö- nig und seine getreuen Diener, gegen die Bischöfe und Priester ge: richtet. Der König Petrus glaubte, sich gegen die Empörer in Stuhlweißenburg halten zu können, und zog mit dcn Seinigen da- hin. Er wurde aber gefangen, seiner Auqen beraubt, und wenige Tage nachher starb er. Der heilige Gerardus wollte sich ebenfalls nach Stuhlweißenburg begeben. Auf der Reise sagte er eines Abends zu seinen Gefährten: „Brüder und Freunde! Morgen wer- den wir zum Abendmahle des göttlichen Lammes gerufen, ohne Wi- derredc wollen wir diesem Rufe folgen, und für Christus sterben." Am andern Morgen entrichtete er das hochheilige Opfer; kräftigte sich und alle anwesenden Gläubigen mit dem Brode des ewigen Lebens, und setzte frohen Muthes seine Reise fort. Unweit Pesth, nahe bei der Donau, wurde er von einem Haufen Aufrührer über- fallen, die zuerst mit Steinen nach ihm warfen; dann ihn vom Wagen herunterrissen, die Tteinwürfe fortsetzten, und ihn endlich mit einer Lanze durchbohrten. Nach dem Vorbilde seines göttlichen Meisters, und des ersten heiligen Marlyrcrs Stephanus, für seine Mörder betend, gab er seinen Geist auf am 2 l. September des Jahres 1046. Sein Leichnam wurde von den Gläubigen zu Pesth in der Muttergottcskirche begraben, nach einiger Zeit aber wieder erhoben, ganz frisch gefunden, und mit Bewilligung des Königs Andreas nach Chanad übersetzt. In diesem Ausruhre wurden auch sehr viele Christen, darunter die meisten Bischöfe und eine große Anzahl Priester, von dcn gottlosen Rebellen auf mancherlei Weise getödtet. Die Verfolgung der Rechtgläubigen hörte auf im Jahre 1047, in welchem Andreas sich krönen ließ, und die Verordnung erneuerte, welche der heil. Stephamis gegen die Abgötterei gemacht hatte.
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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