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Am !9. Februar. 359
die Zeit, welche die Erfüllung stincr Amtspflichten ihm übrig ließ,
in Bußwcrken, Lcibesabtödtungen, und mit Fasten, Wachen und
Bethen zu. Er theilte reichliche Almosen aus, und begleitete diese
irdischen Gaben immer auch mit Worten des Trostes aus der hei:
ligen Religion.
Wahrend seines Aufenthaltes in Bcnevent schrieb der heilige
Leo Briefe in das Morgenland, in der Absicht, die unglücklichen
Zwiste, die in der morgenländischen Kirche bestanden, zu heben, und
eine gänzliche Trennung zwischen dieser und der abendländischen zu
verhindern, sowie auch nach Afrika, dessen weitschichtige Länder jetzt
unter der Herrschaft der Muselmänner standen. Won den so zahl:
reichen und berühmten Kirchen, die man ehemals daselbst sah, wa-
ren nur noch fünf übrig. Darüber empfand der heilige Vater gro-
ßes Leidwesen. So viele Reisen, Arbeiten, Sorgen und Leiden zehr-
ten die Kräfte des heiligen Leo vor der Zeit auf. Eine große
Schwäche kündigte ihm das nahe Lebensende an. Weil er wünschte,
daß seine Gebeine bei dem Grabe der heiligen Apostel Petrus und
Paulus ihre Ruhestätte finden möchten, reiste er am 12. März
1054 von Bencvent nach Kapua, und von da nach einem kurzen
Aufenthalt in Begleitung Richards, des Abtes vom Berge Cassino,
nach Rom, wo er einige Tage im Lateran zubrachte. Da seine
Kräfte immer mehr abnahmen, ließ er sich zuerst in die Kirche des
heiligen Petrus, und alsdann in ein nahe gelegenes Haus tragen.
Da empfing er im Beiseyn vieler Bischöfe, Aebte, Priester und einer
großen Menge Volkes mit unbeschreiblicher Rührung die heiligen
Sakramente der Sterbenden. Schon glaubten die Umstehenden, die
ihn sanft ausruhen sahen, daß er in die letzten Züge gegriffen habe,
als er sich zu ihnen wandte, und mit der vollkommensten Ergebung
sprach: „Morgen um die dritte Stunde werdet ihr sehen, was Gott
gefallen wird, mit mir zu thun." Als diese Stunde kam, gab er
seinen Geist auf, am 19. April 1054, im fünfzigsten Jahre seines
Alters, und im sechsten seiner päpstlichen Regierung. Seine Leiche
wurde mit großer Feierlichkeit neben dem Altare des heiligen Gre:
gorius beigesetzt, und durch Wunder von Gott verherrlichet. -—
„O! daß ihr lieben wolltet den Herrn, und nach Ihm verlangen:
Er würde euch mit Weisheit regieren, daß ihr möchtet Ehre haben
in der Welt, und doch euere Seelen mit Christus vereinigen!" (Alfred.)
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen