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Der heilige Eduard, König in England.
<A,n 13. Oktober.)
Kanut, der König der Dänen, übersetzte im Jahre 1013 mit
einer Flotte nach England, in der Absicht, entweder zu sterben, oder
dieses Reich sich zu unterwerfen. Es entstand ein blutiger Krieg.
Während desselben starb am 23. April 1016 der König Ethelred,
welcher ftiin'in Stiefbrüder, dem heiligen Märtyrer Eduard, den
seine Mutter hatte ermorden lassen, auf dem Throne gefolgt war.
Ein Theil der Bischöfe und der Vornehmsten des Reiches legten
darauf dem Könige Kanut den Eid der Treue ab, andere hingegen,
sowie auch die Stadt London riefen dln Edmund, des verstorbenen
Ethclbcrts Sohn, zu ihrem Könige aus. Der Krieg ward nun noch
heftiger, und verursachte schwere Drangsale auch für die Geistlichen
und Kirchen. Endlich wurde Friede geschloffen, und bestimmt, daß
dem Edmund der abendländische, dem Kanut der morgenlandische
Theil des Königreichs bleiben sollte. Edmund starb aber noch im
nämlichen Jahre, und Kanut gelangte zum Besitze des ganzen Kö-
nigreiches. Dadurch erhielten auch die Kirchen die sehnlichst ge-
wünschte Ruhe. Seinen neuen Thron zu befestigen, verehelichte sich
Kanut mit Emma, der hinterlassenen Wittwe des Königs Ethelred,
die sich mit ihren Söhnen Alfred und Eduard in die Normandie zu
ihrem Bruder Richard I I . geflüchtet hatte. Im Jahre 1036 starb
er, und des englischen Thrones bemächtigte sich Ardikanut, sein
ältester, mit einer frühern Gemahlin, erzeugter Sohn, der auch das
dänische Reich in Besitz genommen hatte. Im Jahre 1042 machte
der Tod der grausamen Regierung Ardikamits, und zugleich auch
der dänischen Herrschaft in England ein Ende. Eduard I I I . , der
in der Zahl der Heiligen verehrt wird, bestieg den englischen Thron.
Er war ein Sohn des Ethclreds und der Emma. Bald nach sei-
ner Geburt mußte er, wie oben schon bemerkt wurde, mit seiner
Mutter in die Normandie sich flüchten, um vor der Grausamkeit der
Dänen sein Leben zu sichern. Am Hofe seines Onkels, Richards I I , ,
erhielt er eine gute Erziehung, indem er mit vieler Sorgfalt in der
christlichen Lehre und andern seinem Stande angemessenen Kenntnissen
unterrichtet, und zur Gottesfurcht und Tugend angeleitet wurde.
Die Geschichtschreiber sprechen einstimmig dem jungen Eduard das
größte Lob, und rühmen vorzugsweise die Frömmigkeit, die jung-
fräuliche Reinigkeit, die große Bescheidenheit, und die werkthätigc
Liebe dieses königlichen Prinzen.
An seiner Erhebung auf den königlichen Thron hatte vorzüg-
lichen Antheil Goduin, der Graf von Kent, welcher die Tochter des
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen