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362 Der heilig«' Eduard, König in England.
Vorältcrn ein Gelübde gemacht, nach Rom zu wallfahrten. Dazu
waren schon die Geschenke, die er darbringen wollte, und die Reise:
kosten bereitet: als die Vornehmsten des Reiches, welche die frühern
Unruhen wegen der Thronbesteigung noch nicht vergessen hatten, und
daher bei der Abwesenheit des Königs, besonders weil er keine Erben
hatte, neue befürchteten, ihn dringend baten, von seiner Reise nach
Rom abzustehen, und sich bereit erklärten, seinem Gelübde durch
Almosen, heilige Meffen und Gebethe genug zu thun. Der König
blieb bei seinem Vorsatze, weil er das Gelübde, wie er es gemacht,
erfüllen zu müssen glaubte. Endlich kam man überein, Gesandte
nach Rom zu schicken, die sowohl von dem Gelübde des Königs,
als von den Wünschen der Vornehmsten deS Königreiches den heili-
gen Vater in Kenntniß setzen, und um sein Urtheil ihn bitten sollten.
Unter den Gesandten befanden sich Eldrcd, der Bischof zu Worchester,
und Herman, der Bischof zu Schiweburg. In dem im Jahre 1051
von dem heiligen Papst Leo gehaltenen Kirchenrathe trugen sie ihr
Anliegen und ihre Bitten vor. Nachdem Leo mit den versammelten
Vätern sich berathen hatte, gab er dem Könige Eduard folgende
Erklärung: „Da uns der Glaube lehrt, daß Gott allen denjenigen,
die mit aufrichtigem Herzen sich zu ihm wenden, es mag dieses an
was immer für einem Orte geschehen, beistchet, und da durch deine
Abwesenheit das Wohl Englands Gefahr laufen würde, so sprechen
wir dich von der Sünde los, die du aus Anlaß deines Gelübdes
zu begehen fürchtest. Zur Buße aber legen wir dir auf, die zube-
reiteten Reisekosten unter die Armen zu vertheilen, und ein Kloster
zu Ehren des heiligen Petrus zu stiften, oder ein altcs eingegange-
nes wieder herzustellen/- Hierauf stellte Eduard das alte, seit Lan-
gem schon eingegangene Kloster St. Peter zu Westmünster wieder
her, widmete große Einkünfte dazu, ließ die Mauern der alten Kirche
abbrechen, und eine neue erbauen.
Als der Bau vollendet war, wünschte er die Kirche mit großer
Feierlichkeit einweihen zu lassen, und bestimmte deßhalb hiezu den
Tag der unschuldigen Kinder, an welchem die vornehmsten Herren
des Königreichs zu einer Staatsvcrsammlung zusammen zu kommen
pflegten. Da schon viele derselben zu London versammelt waren,
ward er in der heiligen Lhristnacht des Jahres KXv') von einem
Fieber befallen, welches er jedoch, obgleich er es für seine letzte
Krankheit ansah, so gut er konnte, verbarg, um nur die Feierlich-
keit der Kirchweihe nicht zu stören. Am Tage der unschuldigen Kin-
der begab er sich in das von London nicht ferne liegende ^üest-
münster, und wohnte der Einweihung der Kirche bei, welche mit
großer Pracht vollzogen wurde. Nun konnte er aber seine Krank-
heit länger nicht mehr verbergen. Sie nahm mit jedem Tage zu.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen