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370 Der heilige Johannes Gualbettus, Abt.
bild seinen Brüdern dar. Der gute Ruf des Klosters Vallombrosa
verbreitete sich schnell, und der Zulauf derer, die nach der Regel
desselben leben wollte», wurde so groß, daß Johannes sich genöthi-
get sah, mehrere Klöster zu erbauen, und auf die Weise einzurich-
ten. So entstand der berühmt? Klostcrorden von Vallombrosa, aus
welchem durch Jahrhunderte viele weise und gottesfürcbtige Männer
zum großen Segen der heiligen Kirche hervorgingen. Der Orden
wurde von den römischen Päpsten fthr begünstiget, und von v cschie-
denen Großen reichlich begabt. Die Stiftung desselben fällt zwischen
die Jahre 1030 und 1040.
Freudig duldete Johannes Gualbertus um des Namens Jesu
willen die Lästerungen und Verfolgungen, die ihn vielfältig trafen.
Zum höchsten Glücke hätte er sich es gerechnet, auch sein Blut für
denselben vergießen zu können. Als die Mönche seines Klosters zu
St. Salvius bei Florenz, auf Anstiftn des simonischen Bischofes
Petrus, blutige Mißhandlungen erlitten hatten, wünschte er ihnen
Glück, daß sie würdig befunden worden, für die Ehre Gottes zu
leiden, und beklagte sich selbst, daß ihm nicht gleiches Heil zu Theil
gewyrden sey.
Seines frommen Eifers, und seiner großen Heiligkeit wegen,
stand er in großer Hochschätzung bei dem Papste Leo IX , der ihn
in dcm Kloster zn Passignagno besuchte, und bei dem Papste Ste-
phan IX,, der ihn zu sich berief, und, als Johannes wegen Unpaß:
lichkeit dem Rufe nicht folgen konnte, sagte: .,Er ist ein Heiliger.
Er bleibe in seinem Kloster, auf daß er für mich und für die Kirche
zu Gott bethe." Im Jahre 1073 besuchte Johannes zum letzten
Male das Kloster Pasfignagno. Da starb er nach einer kurzen
Krankheit in Mitte der Aebtc, die er aus seinen Klöstern zu sich
berufen hatte, am 12. Juli.
„Wer sich rächet, an dem wird Gott Rüche üben, und ihm
seine Sünden aufbehalten. Ein Mensch athmet Rache gegen den
Andern, und suchet bei Gott Vergebung —! Er will sich Oer
einen Menschen, der ihm gleich ist, nicht erbarmen, und — bittet
für seine Sünden bei Gott! Er, ein Sterblicher, unterhält den
Groll, wer wird seine Sünden versöhnen? Denke an das Ende,
und hebe die Feindschaft auf, denke an Verwesung und Tod, so
wirst du dcm Gesetze folgen." Eir. 28, 3—7. „Vergib uns
unsere Schulden, wie wir unseln Schuldnern vergeben." Mat-
thäus k, 12.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen