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<7' Der heilige Etamslans, Viskos lind Märtyrer.
Lebensweise dcm evangelisch,'!', G^sci^' entgegen handle, seine
liche Würde entehre, seine Unterthanen ärgere, sich der Gefahr
>^e, die Liebe derselben endlich ganz zu verlieren, und endlich
durch alles das die Strafgerichte Gottes über sich, über seine Fami
!,c,, ',ü',d über sein Reich >,erabrufe; endlich bat er ihn sieln'ntlich,
,'iruckznkehren von seiner Verirrung, und durch bessern Wandel sich
selbst zu beglücken, und seine bekümmerten Unterthanen zu erfreuen.
Boleslaus verbarg die Erbitterung, die in seinem Herzen gegen den
Bischof entbrannte, und brachte z» seiner Rechtfertigung mancherlei
l>inschuldig!ingen vor, die aber StanislanZ eben so freimüthig wi-
derlegte. Der Groll des Königs gegen den Bischof wurde angesacht
,'nrch schmeichelnde Hösiinge. Mit demselben mehrte sich auch die
ausschweifende Frechheit des gekränkten Wollüstlings.
Der Unwille aller Gutgesinnten gegen den König stieg auf das
Höchste, und doch hatte Niemand den Muth, demselben seinen un-
erhörten Frevel vorzustellen. Der Erzbischof Peter, und dann der
Reihe nach mehrer? Bischöfe wurden laut und dringend aufgefordert,
es zu thun; alle aber bewiesen sich da als feige Miethlinge. End-
lich kam die Aufforderung an Stanislaus, der erhaben über alle
Menschenfurcht zum zweitenmalc zu dem Könige sich verfügte, seine
früher schon gemachten Vorstellungen wiederholte, mit dem Vifer
eines Johannes den Frevel des Wciberraubes, und die ehebrecherische
Verbindung ihm vorhielt, und endlich mit Kirchenstrafcn, wenn er
diese Ermahnung fruchtlos seyn ließe, ihn bedrohte. Das Gemüth
des Königs war so verhärtet, daß jedes Wort des Heils fruchtlos
blieb. Cr offenbarte durch Gebehrde und Rede seine Erbitterung
gegen den Bischof, und schwur, als dieser sich entfernt hattc, seiner
Rache ihn aufzuopfern. Boleslaus fuhr fort in seiner Gottlosigkeit,
und Ttanislaus schloß ihn endlich von der Kirchcngcmcinschaft aus.
Allein der Gottvergessene achtete dessen so wenig, daß cr mit Ge-
walt in 'das Heiligthum sich drängte, dem frommen Bischof die
niedrigsten Beschimpfungen zufügte, und zuletzt, gereizt durch einige
Höstinge, den Entschluß faßte, ihn zu todten. Dcm heiligen Sta-
mslaus blieb dieser Entschluß nicht verborgen. Er bereitete sich
zum Martertodc vor, und sah frohen Gemüthes demselben ent-
gegen, hörte aber auch nicht auf. zu Gott zu stehen, für den
^ö»!g und für das polnische Reich. In dieser Absicht begab
cr sich eines Tages in eine Kirche des heiligen Michael. Der
König erfuhr es, eilte mit Soldaten dahin, ließ die Kirche
umzingeln, und gab einigen dcn Befehl hineinzugehen, und den
Bischof, der eben das hochheilige Opfer entrichtet hattc, am Altare
zu ermorden. Der Bischof erzitterte nicht bei der Ankunft seiner
Mörder; wohl aber schauderten diese zurück bei dem Anblicke des
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen