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376 Der heilige Canutus, König und Märtyrer.
terung der Gedrückten, der Nothleidcnden und dcr Armen. In dem
Besuche des öffentlichen Gottesdienstes' und in andern äußerlichen
n.l'dimgen des Christenthums war er seinen Untergebenen zum er:
baulichsten Vorbilde. Er beeifertc sich sur dcn Glanz der Kirchen,
und bezeugte frommen Priestern giosie, vertrauensvolle Veiekrnnq.
Mit Abscheu sah er aus die Ausschweifungen, dencn so viele Gros"'
damaliger Zeit durch unerlaubte Befried,gung fleischlicher Lüste sich
verließen. Heilig war ihm das Band der Ehe, die er mit Adcla,
> Tochter Roberts, des Grafen von Flandern, geschlossen hatte.
Die Gottlosigkeit stellte den Bemühungen des guten Königs in
Beförderung des christlichen Glaubens und der Tugend vielfachen
Widerstand entgegen; dadurch ward aber sein heiliger Eifer nur noch
mehr belebt, dcr keine Anstrengung und keinen Kampf scheute. Ein
Kriegszug, den dcr König Lanut nach England, auf Anrufen dcr
Einwohner dieses Landes, unternehmen wollte, wurde durch eine
Meuterei, die Olaus, sein Bruder, angezettelt hatte, vereitelt. Das
Kriegsherr löste sich auf, und kehrte nach .Hause zurück. Anstatt
sich von den Treulosen die schuldige Geldstrafe zahlen zu lasten,
wollte Lanut einen bessern Gebrauch davon machen, und sie in eine
Abgabe an die Kirchen umwandeln; denn so wie es immer sein
Wunsch war, die christliche Religion verbreitet zu sehen, eben so
sorgte er, daß sie da, wo sie einmal eingeführt war, durch einen
gesicherten Lebensunterhalt der Diener des Altars unterstützt, und für
die Zukunft auf desto dauerhaftcrn Fuß gesetzt werde. Nicht lange
hernach wurde zum Theile von denen, welchen dicse Verfügung des
Königs zuwider war, zum Theile durch königliche Beamte, welche
sich gegen das Volk auf mancherlei Weise wider den Willen ihres
Herrn harte Bedrückungen erlaubten, ein Aufruhr erregt. Vergeb:
lich waren die Bemühungen des bekümmerten Lanuts, denselben zu
stillen. Die wilden. Aufrührer erkühnten sich des Raubes, des Mor-
des und anderer grausamer Gewaltthätigkeiten. Der König selbst
sah sich genöthiget, in den östlichen Theil seines Reiches sich zurück:
zuziehen, und zuerst nach Iütland, dann nach Odensce auf der In-
sel Fünen zu flüchten. Aber auch da ward er von den Aufrührern
verfolgt. Er verbarg sich in die Kirche des heiligen Albans, wo er
sich durch den Empfang dcr heiligen Sacramcnte zum Tode vorbe-
reitete. Ein Treuloser, Pipero mit Namen, verrieth den wüthenden
Rebellen den Aufenthalt des Königs. Sie stürmten mit Gewalt die
Kirche, und einer derselben versetzte dem betenden Lanut durch das
Fenster einen tödtlichen Streich mit seiner Lanze. Neben ihm ward
sein Bruder Benedikt, ebenfalls schwer verwundet. Diesen umarmte
und küßte er noch, legte sich dann vor den Altar hin, streckte seine
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen