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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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17" Der selige Wilhelmus, Abt. Vorstellung, verlangte die Wiedereinsetzung des Verstoßenen, mit der Erklärung, daß, so lange dieser lebe, Niemand anderer die äbtlichc Würde annehmen dürfe. Schon schickte er sich an, in das Kloster St. Emmcram zurückzukehren. Nur das anhaltende Bitten der Mönche war vermögend, ihn zurückzuhalten und die Regierung des Klosters zu übernehmen: jedoch verweigerte er standhaft die Würde des Abtes, so lange Friedrich lebte. Dieser starb schon im daraus: folgenden Iahrc, und jetzt erst empfing Wilhelm von Heinrich, dem Bischöfe zu Speyer, die Einsegnung als Abt des Klosters Hirschau. Durch sein eifriges Wirken bekam das Kloster sehr bald eine andere Gestalt. Er erzielte endlich nach vielen Arbeiten und Leiden die Unabhängigkeit des Klosters, welche der Graf Adalbcrt auf hin: tcrlistigc Weise demselben entrissen hatte, und setzte es in den Stand, die Anzahl der Mönche zu vermehren. Die wieder erlangte Freiheit des Klosters wurde bestätiget von dem deutschen Kaiser Heinrich. Die gleiche Bestätigung auch von dem kirchlichen Oberhaupte zu er: bitten, reiste Wilhelm nach Rom, wo er von dem Papste Grc: gor VII . sehr gütig aufgenommen, und mit der Erhörung seiner Bitte erfreut wurde. In Rom wurde er krank. Die ärztliche Hilfe blieb fruchtlos, uno man fing an, die Hoffnung seiner Genesung aufzugeben. In diesem Zustande ließ er sich eines Tages in eine Kirche der Muttergottes führen. Da bethete er mit großer Inbrunst, und kehrte bald darauf, genesen, in sein Kloster zurück. Mit Weisheit und mit Liebe leitete Wilhelm seine Klostcrge: mcindc, stellte in derselben die zum Theile verfallene Zucht her, und führte die Mönche zu ihrer eigentlichen Bestimmung wieder zurück. Sich selbst stellte er dar, als ein Muster der Selbstverläugnung, der Gottesfurcht, der Andacht, und des unabläßigen Strebens nach höherer Vollkommenheit, durch Uebung jeder gottgefälligen Tugend, und pünktliche Befolgung der Ordensregeln. Sein Vorbild war zur Kräftigung den Guten, zur Ermunterung den Trägen, zum Heile Allen. Dcr Ruf der Weisheit und der Frömmigkeit des Abtes zu Hirschau zog viele Menschen jeden Standes und Alters dahin. Er nahm alle liebevoll auf, sorgte für ihre Verpflegung, ertheilte jedem nach seinen Kräften was er verlangte, Rath, Belehrung, Trost, An: leitung zur Gottseligkeit und auch zeitliche Unterstützung. Arme und Nothleidcndc fanden an ihm allezeit einen bereitwilligen Helfer, dcr nicht selten durch seine Freigebigkeit das Kloster des Nothdinfiigen entblößte. Die Zahl der Mönche des Klosters Hirschau stieg nach und nach auf ein hundert und fünfzig. Dazu kamen sechzig (5on- versc», und fünfzig Oblaten. Die (Zonversen oder Laienbrüder wa: ren solche, welche von Wilhelm zum Streben nach höherer Vollkom:
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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