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384 Der heilige Ladislaus, König von Ungarn.
Es werden mehrere Wunder erzählt, durch welche Gott das Grab
seines Dieners verherrlichet hat.
„Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung
fa l l e t , " Mark. 14, Z8. von Seite des Fleisches, oder des Gei:
stcs, des Satans, oder der Welt. Das Fleisch reihet zur Begier-
lichkeit, der Geist zum Hochmuth, der Satan zum Neid, die Welt
zur Eitelkeit. Christus aber lehret uns das Gegentheil; denn sein
Wort empfiehlt uns Keuschheit, Demuth, Liebe, und Verachtung der
Welt, damit wir das Reich Gottes verdienen, und der Strafe der
Hölle entgehen. Wir müssen daher überall und allezeit wachen und
beten, denn nirgends haben wir Ruhe von dem bösen Feinde, der
nie ruht, und nicht ablaßt, uns zu versuchen, sondern umhergehet
und sucht, wen er hintergehen und beunruhigen, in den Uebungen
der Gottseligkeit verhindern, und vom Gebete abwendig machen
möge." Thom. v. Kcmp.
Der heilige Ladislaus, König von Ungarn.
(Am 27. Ium.)
Die christliche Religion mußte in Ungarn nach dem Tode des
heiligen Stephan I. verschiedene, mitunter sehr harte Schicksale er-
dulden. Die Kirchen dieses Reiches hatten durch die fortwahrenden
Unruhen sehr viel von ihrem ehemaligen Glänze verloren, den der
heilige Ladislaus wieder herzustellen eifrigst bemüht war. Bela, ein
Bruoerssohn des Königs Stephan hatte zwei Söhne, den Geisa
und den Ladislaus. Beide wurden in Polen, wohin ihr Vater von
dem Könige verwiesen wurde, geboren und erzogen. Sie kamen
nach Ungarn, als Bela zum Throne dieses Landes im Jahre 1056
berufen wurde. Nach dessen im Jahre 1065 erfolgten Tode mach:
ten sie gerechten Anspruch auf die Krone; traten aber dieselbe auf
das Zureden des Bischofs Desiderius an Salomon ab, mit dem sie
ein Freundschaftsbündniß machten.
Ladislaus trug durch seine Tapferkeit sehr viel zu dem Siege
bei, den Salomon über die Chunen, oder Tartaren, erfochten hat.
Obgleich schwer verwundet, rettete er eine Jungfrau, welche ein
Tartar auf seinem Pferde entführen wollte. Einen andern glänzen:
den Sieg half er dem Könige erkämpfen über die Bulgaren, und
als der König und Geisa wegen der Theilung der Beute sich ent-
zweiten, stand er seinem Bruder bei. Salomon wurde besiegt, der
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen