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394 Der heilige Benno, Bischof zu Meißen :c.
schaftcn, zuinal dcr Erforschung der göttlichen Schriften, deren Ver-
standniß durch seinen frommen Sin», dcn er durch Gebeth und Be-
trachtung , verbunden mit Wache», Fasten und andern körpcr
llchen Ablödlungen fortwährend noch mehr läuterte, machtig beför-
dert wurde.
Im 2>iten Altcrsjahrc cnipfing Bcnno auf Befehl des Abtes
die Weihe des Diakonats, und im ,'l»»tcn die Priesterweihe, zu dcr
er sich mit einem Eifer vorbereitete, dcr von seinen Mitbrüdcrn be-
wundert wurde. Eingetreten ins Heiligthum des Herrn, verdop-
pelte er seine» Eifer in den Uebungen dcr Gottseligkeit und in dcr
Erstrebung eines ganz vollkommenen Wandels. Nie entrichtete er
das hochheilige Opfer, ohne daß er nicht Thränen dcr andächtigsten
Rührung vergoß. Er war im vierten Jahre Priester, als dcr Abt
Adelbert starb. Die Mchrhcit dcr Stnnmcn verlangte den Benno
zu dessen Nachfolger in der abtlichcn Würde. Er horte aber nicht
auf zu bitten und zu sichcn, bis nach drei Monaten dieselbe ihm
abgenommen, und dem Sigcbcrt übertragen wurde. Frohlockend,
weil entlediget von allen zeitlichen Geschäften und Eorgen, zog er
sich in die Einsamkeit seiner Zelle wieder zurück. Allein das Licht
sollte nichl unter dem Scheffel verborgen bleiben, sondern nach^ Got-
tes weiser Fügung aus dcn Lcuchtcr gcstcllt werden, auf daß cs
lcnchtc zum Heile Vieler. Dcr fromme Kaiser Heinrich' I I I . errich-
tete bei der Kirche zu Goslar, die er mit königlichem Aufwandc er-
baute, ci» Ehorhennstift, und berief in dasselbe von verschiedenen
Orten Deutschlands Männer, die durch Wissenschaft und Tugend
vorzugsweise ausgezeichnet waren. Der Ruf traf auch unsern Benno,
der aber demselben zu folgen nur durch den ausdrücklichen Befehl
des Papstes Leo IX . , dcr im Jahre 1l»^9 in Deutschland war,
und jene Kirche selbst eingeweiht haben soll, bewogen werden konnte.
Anno, dcr Probst dieses Chorstiftcs, und Bcnno verknüpften sich
durch das Band heiliger Freundschaft, welches durch gleiche fromme
Gesinnung und durch gleichen Eifer im Guten auf's engste befestiget
wurde. Anno wurde im Jahre 1066 zum Erzbischofe in Köln
erhoben, und erhielt als solcher, während der Minderjährigkeit des
Kaisers Heinrich IV . , großcn Einsiuß in die Rcichsvcrwallimg.
Diesen benutzte er unter andcrm auch zur Wohlfahrt dcr Kirche zu
Meißen, indem er die bei derselben vorgenommene Bischofswah! auf
dcn Benno leitete, dcn er abcr nur durch die nachdrückliche Vorstel-
lung , daß er das ihm anvertraute Talent nicht vergraben dürfe,
und daß er gerade zu Meißen durch die Verbreitung des Evange-
liums bei dcn benachbarten slavischen Völkern mit demselben am
scgensvollstcn wuchcrn könne, zu bewegen vermochte, dem heiligen
Amte sich zu unterziehen.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen