Seite - (000406) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000406) -
Text der Seite - (000406) -
404 Der heilige Isidor, und die selige Maria :c.
demselben stine Heiligung. Mit ihm theilte die Arbeiten und die
Leiden, aber auch das eifrige Bestreben nach dem Seelenheil?, seine
fromme Gemahlin, die Maria hieß. Nie hörte man aus dem Munde
dieser guten Ehelcute jemals eine Klage über die Beschweren ihres
mühevollen Standes, denn sie hatten in ihre Herzen aufgefaßt das
Wort des Schöpfers: „ Im Schweiße deines Angesichts sollst du
dein Brod essen." Gott beglückte sie mit einem Sohne, den sie in
christlicher Frömmigkeit auferzogen, und nach dem Beispiele des To-
bias, von Jugend auf Gott fürchten, und die Sünde meiden lehr-
ten. Zugleich unterrichteten sie ihn, den Stand der Armuth als ein
Mittel zu betrachten sich zu heiligen, und jene ewigen Güter zu er-
werben, die allein wahre Güter sind, und nach denen jeder Lhrist
vor allen Gütern dieser Erde trachten soll.
Isidor übernahm den Anbau und die Besorgung der Güter ei:
nes ansehnlichen Bürgers von Madrid, gegen einen festgesetzten jähr-
lichen Lohn, von dem er sich und die Seinigen ernährte, und den
Armen viel Gutes erwies. Jeden Tag stand er frühzeitig auf, be-
suchte, bevor er zur Arbeit ging, mehrere Kirchen der Stadt, opferte
sich, die Seinigcn, und alle seine Arbeiten in brünstigem Gebethe
Gott auf, flehte um den göttlichen Segen, und um die Gnade, von
aller Sünde sich rein zu erhalten. Mit großer Rührung wohnte er
immer dem hochheiligen Opfer bei, und bethete bei demselben auch
allezeit für alle seine Mitmenschen. Die Sonn - und Feiertage
brachte er ganz mit geistlichen Uebungen zu, an welchen seine got-
tesfürchtige Gattin und sein Sohn jedesmal flvudigen Antheil nah-
men. C'r besuchte die Kirchen, hörte das Wort Gottes, kräftigte sich
durch das Brod des Lebens, und verrichtete andere Werke der An-
dacht und der Liebe.
Dieser fromme Lebenswandel wurde von Einigen übel ausge-
legt, und er deßhalb bei seinem Herrn als ein träger und fauler
Mann angegeben, der, statt seine pflichtmäßigen Arbeiten zu thun,
die Zeit mit Kirchenbesnchen im Müssiggange verschleudere, und da-
durch die Besorgung der ihm anvertrauten Felder vernachläßige.
Sein Herr li."ß gegen ihn sich einnehmen, und machte ihm bittere
Vorwürfe. Der fromme Bauersmann hörte, dem Vorbilde seines
Erlösers folgend, alle Vorwürfe, die ihm gemacht wurden, in De-
muth an, und antwortete seinem Herrn ganz gelassen; er könne und
werde von dem bisher geübten Dienste seines Gottes nicht nachlas-
sen; wenn aber der Herr bei der Erndte finden sollte, daß die von
ihm bestellten Felder weniger tragen, als die Felder seiner Nach-
barn, so möge er ihm so viel von dem Lohne abziehen, als er durch
seine Nachläßigkeit Schaden erlitten habe; er vertraue auf Gott und
hoffe, der Allmächtige werde seine Arbeiten und Bemühungen so ge-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen