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Am i. April. 413
Geistes, und eine große Besonnenheit, wenn die Rede auf geistliche
Dinge geleitet wurde. Er unterhielt die, welche ihn besuchten, mit
frommen Gesprächen, und gab ihnen immer auch heilsame Ermah-
nungen. Außerdem bethete er fast beständig bei Tag und bei Nacht.
Er wurde nur von Geistlichen bedient. Keine Dienstleistung forderte
er, sondern um jede bat er um Gottes willen, für jede dankte er,
und flehte zu Gott um deren Vergeltung. Mußte er denen, die
ihm dienten, bisweilen größere Mühe machen, so bat er unter Thrä-
nen sie um Vergebung. Alle, welche zu ihm kamen, sprach er um
ihre Fürbitte an. Als der Bischof Gaufred von Carnot ihn fragte,
um was er für ihn bitten solle, antwortete er: „Daß Gott das
Irdische in mir vertilge, und die Liebe zu ihm entflamme.« Von
unnützen oder blos weltlichen Gegenständen durfte in seiner Gegen-
wart Niemand sprechen. Je näher sein Ende heranrückte, desto
sehnlicher wünschte er aufgelöst zu werden, und bei Christo zu seyn.
Sein Wunsch ward endlich erfüllt am Morgen des ersten Aprils
1132, als er achtzig Jahre alt war, und zwei und fünfzig Jahre
das bischöfliche Amt verwaltet hatte. Nach seinem Tode strömten
unzählige Menschen herbei, die in tiefer Trauer dem hochverehrten
Hirten die letzte Ehre bewiesen. Die Leiche wurde in der Mutter-
gottlZkirche zu Grenoble mit großer Feierlichkeit beerdiget.
„Halte dich in allen Dingen an die Demuth, und erniedrige
dich unter Alle, so wirst du bei Allen Gnade finden. Gottes Wohl-
gefallen und die Liebe der Menschen werden auf dir ruhen, und der
Satan wird in Bälde von dir fliehen, um deiner Demuth willen,
die ihm äußerst verhaßt ist."
Dcr heilige Norbertus, Erzbischof von Magdeburg,
Stifter des Prämonstratenser-Ordens.
(Am «. Juni.)
Der heilige Norbert war ein besonders hellfunkclndes Gestirn
am nächtlichen Himmel des zwölften Jahrhunderts. Er wurde ge-
boren im Jahre 1080, in dcr uralten Stadt 3anthen, im Herzog-
thume Clcve. Sein Vater Heribcrt war mit dem kaiserlichen Haust
verwandt, seine Mutter stammte aus dem Hause Lothringen. Diese
seine vornehme Herkunft, uno andere mit ihr verknüpfte Güter des
Glückes, ein großes Vermögen, eine ausgezeichnete Wohlgestalt des
Körpers, ein lcbensfrischer, heiterer Sinn, und ein Geist mit den
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen