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Am it i . November. 421
Ens, baute das seit vielen Jahren ganz verwüstete Wien wieder zu
einer Stadt auf, verlegte dahin seine Residenz, stiftete daselbst das
Benediktiner-Kloster, zu den Schotten genannt, und starb voll der
Verdienste um den Staat und die Kirche, im Jahre 1177. Der
Fünstgeborn,' hieß Otto, war seiner Tugenden und großen Gelchr-
samkcit wegen sehr berühmt, anfänglich Abt zu Marimond, dann
Bischof zu Freising. Leopolds jüngster Sohn war Konrad, der sich
ebenfalls dem geistlichen Stande widmete, und zuerst Abt in dem,
von seinem Bater erbauten, Zisterzienser-Kloster zum heiligen Kreuz
in Oesterreich, darauf Bischof zu Paßau, und endlich Erzbi-
schof in Salzburg war. Er starb im Jahre 1168 zu Admont in
Steiermark.
Nachdem der heilige Leopold sein Markgrafthum vierzig Jahre
lang regiert, die Feinde desselben mit Macht unterdrückt, und von
den Gränzen getrieben, die heilige Religion, reine Gottesfurcht, und
mildere Sitten in Ausnahme gebracht, die ihm angetragene Kaiser-
Würde ausgeschlagen, mit seiner Gemahlin dreißig Jahre in unver-
letzter Treue und Friedfertigkeit gelebt hatte, überfiel ihn im Herbste
des Jahres 1136 eine gefahrliche Krankheit, in der er die vollkom-
menste Ergebung in den Willen Gottes bewies. Er starb auf dem
Kahlenbcrg, zum höchsten Leidwesen seiner geliebten und ihn lieben-
den Unterthanen, am 15. November des eben genannten Jahres.
Sein Leib liegt in dem von ihm gestifteten Kloster der regulirtcn
Chorherrn des heiligen Augustin zu Neuburg. Eben da ruhen auch
die Gebeine seiner frommen Gemahlin Agnes.
Der heilige Leopold wird in Oesterreich als erster Landespa-
tron verehrt, und sein jahrlicher Gcdachtnißtag aller Orten sehr
feierlich begangen, vorzüglich aber im Kloster Neuburg. Dahin
strömt eine unzahlbare Volksmenge aus Wien und der Umgegend.
Die Gebeine des Heiligen in einem silbernen Sarge, das Haupt
mit einem erzhcrzoglichcn Hute geschmückt, auf einem rothsammtcnen
Polster ruhend, werden auf einem Altare der Verehrung ausgesetzt;
ein feierliches Hochamt wird gehalten; die prächtige Kirche ist mit
Andachtigen gefüllt. Die Andacht lockt die Menge an, und macht
den Tag zu einem Volksfeste. In frühern Zeiten wurden vom Stifte
Fleisch, Wein, silberne Pfennige mit dem Bildnisse des Heiligen
u. a. ausgetheilt. —-
„Selig ist der Mann, der unbefleckt befunden wird, und der
dem Gelde nicht nachläuft. Wer ist es? Glücklich wollen wir ihn
preisen! denn Wunder that er unter seinem Volke. Wer ward da-
rin geprüft und bewährt gefunden? Ihm werde Ruhm dafür. Er
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen